„Man muss immer dranbleiben“, so das Resümee von Christian Pfeifer, Fachbereichsleiter beim RVR Ruhr Grün. Der RVR übernimmt im Ennepe-Ruhr-Kreis das Rangerwesen am Standort Loher Straße 85 im Hause der Biologischen Station. Dirk Bruszies und Markus Hagemann heißen die beiden Ranger, die hier vor Ort landeseigene Wälder durchstreifen. Erkennungszeichen ist der auffällige „Rangerhut“, der weltweit von den Hütern von Wald und Fläche getragen wird. Lokalpolitikerinnen und -politiker von Bündnis 90/Die Grünen Ennepetal haben den Rangern einen Besuch abgestattet und wollten erfahren, wie der aktuelle Stand hier vor Ort ist. So konnten die Grünen erfahren, dass es am Klutertberg, seitdem er regelmäßig durchstreift wird, keine nennenswerten Vorfälle gab. Werden Ranger in Gebieten nicht angetroffen, so hat dies meist folgenden Hintergrund: Der Wald ist im Privatbesitz und der RVR nicht mit der Bestreifung beauftragt. So ist es z. B. im Wald „Gevelsberger Stadtwald“, der – wie die meisten mittlerweile wissen – zum Teil auch auf Ennepetaler Stadtgebiet liegt. Auch wenn wir Grünen zur „Nutzung“ dieser Fläche immer wieder Beschwerden erhalten: Die Ranger sind hier nicht die richtigen Ansprechpartner. Sie sind von der Stadt Gevelsberg bzw. dem Ennepe-Ruhr-Kreis nicht beauftragt, auf dieser Fläche als Hüter tätig zu werden.
Hauptaufgabe der Ranger ist es, Menschen in Bezug auf Naturphänomene und Naturnutzung aufzuklären, zu informieren und zu sensibilisieren. Gefragt nach den meisten Vorkommnissen berichten sie von uneinsichtigen Hundehalter:innen, die ihre Tiere frei im Wald laufen lassen (auch dann, wenn es nicht erlaubt ist), von Vermüllung, Lärm, offenem Feuer, Partys, Mountainbikern, Bootstourismus und Reiter:innnen. Gerade in der Metropole Ruhr, nahe den Großstädten, ist der Druck auf geschützte Gebiete durch Erholungssuchende groß. In besonders uneinsichtigen Fällen, z. B. wenn Menschen mit Zigaretten und Grillausstattung in heißen, trockenen Sommern Waldgebiete aufsuchen, dürfen die Ranger auch Verwarngelder erheben. Von dieser Maßnahme wird jedoch selten Gebrauch gemacht. Vielmehr setzen die Waldhüter auf Einsicht und Deeskalation. Neben der Bestreifung der Wälder haben die Ranger mit Exkursionen, Waldjugendspielen, Schulungen, Meilerfesten und Borkenkäferkontrolle reichlich zu tun. Denn dem Wald geht es nicht gut, besonders nach diesem trockenen Sommer. „Ob die Buchen es überleben werden, sehen wir spätestens im kommenden Jahr“, gibt Hagemann den Besucher:innen mit auf den Weg nach den vielen Rückfragen zur „Klimafitness des Waldes“ – auch hier in Ennepetal ist dies also ein wichtiges Thema.
Grüne besuchen Ranger vor Ort in Ennepetal