Unser Antrag von heute mit Bezug auf die Haushaltsberatungen vom 7. Februar 2026.
Vor dem Hintergrund der angespannten Haushaltslage begrüßt unsere Fraktion grundsätzlich die Prüfung der geplanten Veräußerungen verschiedener kommunaler Immobilien. Auch hinsichtlich der Immobilie Voerder Straße 123, die ursprünglich zu einem Jugendzentrum umgebaut werden sollte, ist nachvollziehbar, dass eine Investition von rund 3,3 Mio. Euro in ein sehr altes Gebäude als wirtschaftlich nicht vertretbar eingeschätzt wird.
Unabhängig davon steht für unsere Fraktion außer Frage, dass die Stadt Ennepetal nicht auf einen zentral gelegenen Standort verzichten kann, der ausdrücklich der Kinder- und Jugendarbeit gewidmet ist. Entgegen anderslautender Darstellungen ist festzuhalten, dass die Stadtteile Büttenberg, Voerde und Hasperbach derzeit über kein Jugendzentrum verfügen. Damit kommt einem tragfähigen Angebot im Stadtteil Milspe eine herausragende Bedeutung zu.
Jugendzentren sind weit mehr als Freizeitorte. Sie sind niedrigschwellige Anlaufstellen, sichere Räume und wichtige Bausteine kommunaler Präventionsarbeit. Gerade für junge Menschen in Ennepetal stellen sie Orte der Begegnung, Teilhabe und persönlichen Entwicklung dar. Vor diesem Hintergrund ist es aus unserer Sicht nicht hinnehmbar, erst dann konzeptionell zu reagieren, wenn bestehende Strukturen absehbar faktisch wegfallen.
Wir begrüßen ausdrücklich, dass seitens des Jugendamtes Überlegungen zu einem neuen, zeitgemäßen Konzept der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil Milspe angestellt werden. Der Ansatz, neben klassischen „Komm-Strukturen“ auch flexible und dezentrale Angebotsformen zu entwickeln, entspricht modernen Anforderungen offener Kinder- und Jugendarbeit und kann ein sinnvoller Bestandteil kommunaler Präventionsketten sein. Die Bedeutung verlässlicher, erreichbarer Anlaufstellen für junge Menschen darf nicht unterschätzt werden.
Es ist jedoch realistisch davon auszugehen, dass auch kleinere, flexible Lösungen — siehe der im Hauptausschuss angesprochenen „sicheren Orte für Kinder und Jugendliche“ — mit investiven und konsumtiven Kosten verbunden sein werden. Eine konzeptionelle Neuausrichtung kann nur dann erfolgreich umgesetzt werden, wenn sie finanziell abgesichert wird.
Vor diesem Hintergrund beantragt die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen die Einstellung folgender Haushaltsmittel zur Entwicklung und Umsetzung eines zeitgemäßen Konzepts der Kinder- und Jugendarbeit im Stadtteil Milspe:
- Haushaltsjahr 2026: 200.000 Euro
- Haushaltsjahr 2027: 300.000 Euro
Diese Mittel sollen sowohl für konzeptionelle Entwicklung, infrastrukturelle Maßnahmen als auch für den Aufbau zeitgemäßer — insbesondere digitaler — Strukturen zur Verfügung stehen. Moderne Kinder- und Jugendarbeit erfordert Investitionen; neue Wege lassen sich nicht zum Nulltarif realisieren. Um die notwendigen Schritte von der konzeptionellen Ebene in die praktische Umsetzung zu überführen, ist somit eine verbindliche finanzielle Grundlage unabdingbar.
Die Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen betrachtet die Sicherstellung dieser dringend notwendigen Infrastruktur als zentrale Zukunftsaufgabe für junge Menschen in Ennepetal. Entsprechend machen wir unsere Zustimmung zum Haushalt 2026/2027 von der finanziellen Absicherung dieser Maßnahmen abhängig.