Elektromobilitäts-Gesetz: Neue Privilegien für Autofahrer

Brennstoffzellen AutoQuelle: IWR

Münster – Die Bundesregierung hat einen Gesetzentwurf zur Elektromobilität vorgelegt. Damit soll der Absatz von Elektroautos in Deutschland beschleunigt werden. Die neuen Privilegien für Fahrer von Elektroautos sorgen schon jetzt für neuen Ärger.

Bereits im März hatte die Bundesregierung angekündigt, noch in diesem Jahr ein Elektromobilitätsgesetz zu verabschieden. Einem Bericht der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) zufolge, haben die zuständigen Minister den Entwurf nun an die Kabinettskollegen verschickt.

Elektroautos in Zukunft auf der Busspur?
Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und die Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) erarbeiten das neue Gesetz in enger Abstimmung. Die übrigen Ressorts sollen nun Gelegenheit erhalten, sich zum Entwurf zu äußern, bevor die weitere Erarbeitung ansteht. Nach FAZ-Angaben soll das Gesetz noch im Sommer im Kabinett behandelt werden, ein Inkrafttreten ist demnach für den Februar 2015 vorgesehen. Inhaltlich geht es bei dem neuen Gesetz, wie im März bereits von Verkehrsminister Dobrindt angekündigt, um Vorgaben für Beschilderungen und eine zusätzliche Kennzeichnung an den Fahrzeugen. In einem zweiten und dritten Teil des Gesetzes sollen Fragen wie die Ladestationen-Infrastruktur und ein Programm mit zinsgünstigen Krediten geregelt werden.

Nach Informationen der FAZ sollen jedoch auch Änderungen in der Straßenverkehrsordnung möglich sein. Demnach könnten Kommunen Sonderregeln und Privilegien für die Nutzer von Elektrofahrzeugen einführen. Neben Ausnahmen bei Zufahrtsbeschränkungen oder vorrangigen Parkmöglichkeiten wird auch die Nutzung von Busspuren als Möglichkeit genannt.

Kritik von Automobilindustrie und ÖPNV
Die aktuellen Informationen zum Inhalt des Elektromobilitätsgesetzes sorgen für ein geteiltes Echo. Während die Automobilindustrie die Privilegien gefordert hat und dementsprechend befürwortet, sorgen sich Vertreter des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) um die Einschränkungen in der Qualität der Personentransporte. Allerdings geht auch die Automobilbranche davon aus, dass zunächst nur wenige Kommunen den Elektrofahrzeugen die Privilegien einräumen, die nach dem neuen Gesetz möglich wären. Die Bundesregierung verfolgt mit der Gesetzgebung das Ziel, bis 2020 eine Million Elektrofahrzeuge auf deutschen Straßen zu haben. Bislang liegt diese Zahl jedoch erst bei rd. 13.000 Fahrzeugen.

Neuartiger Kathodenaufbau macht Batterien leistungsfähiger

Solar Batterie Wolken SonneQuelle: Hochschule Aalen – Technik und Wirtschaft

Prof. Dr. Timo Sörgel, Dr. Seniz Sörgel und Dr. Sandra Meinhard entwickeln Konzept für Lithium-Schwefel-Batterien und Lithium-Ionen-Batterien
Die Nachfrage nach leistungsstarken Batterien ist groß. Beispiele sind neben der Elektromobilität mobile IT-Anwendungen, der Einsatz in der Luft- und Raumfahrt oder etwa in Batterie-Speicherkraftwerken. An der Hochschule Aalen ist ein neuartiger Kathodenaufbau entwickelt worden. Dieses Konzept eignet sich für Lithium-Schwefel-Batterien genauso wie für Lithium-Ionen-Batterien und erhöht die Kapazität, Energieeffizienz, Zyklenstabilität und die Energiespeicherdichte.

Die Nachfrage nach leistungsstarken Batterien ist groß. Effiziente Energiespeicher sind nicht nur im Hinblick auf Elektroautos ein wichtiges Thema. Auch in anderen Bereichen der Wirtschaft werden neue Möglichkeiten gesucht, mit denen elektrische Energie noch besser gespeichert werden kann. Beispiele sind neben der Elektromobilität mobile IT-Anwendungen, der Einsatz in der Luft- und Raumfahrt oder etwa in Batterie-Speicherkraftwerken. An der Hochschule Aalen wurde ein neuartiger Kathodenaufbau entwickelt. Dieses von Prof. Dr. Timo Sörgel, Dr. Seniz Sörgel und Dr. Sandra Meinhard entwickelte Konzept eignet sich für Lithium-Schwefel-Batterien genauso wie für Lithium-Ionen-Batterien.

Es erhöht nicht nur deren Kapazität, Energieeffizienz und Zyklenstabilität, sondern auch die Energiespeicherdichte. Zudem sind die Herstellungskosten der neuartigen Kathoden geringer als bei herkömmlichen Kathoden. Wenn das elektrochemisch aktive Material einer Kathode eine zu geringe elektrische Eigenleitfähigkeit aufweist, besteht das Kathodenmaterial üblicherweise aus einem Mehrkomponenten-Gemisch. Beispielsweise werden Kohlenstoffpartikel zur Erhöhung der Leitfähigkeit und Bindemittel zur Stabilisierung des Kathodenverbundes beigefügt. Das Gemisch wird dann auf den Stromsammler aufgebracht, der die Elektronen zum äußeren Stromkreis ableitet. Der Zusatz von Bindemitteln und elektrisch leitfähigen Füllpartikeln ist nicht nur teuer, sondern begrenzt auch die Energiedichte der Kathode, da der Volumenanteil des Bindemittels und der Füllpartikel zu Lasten des Aktivmaterials geht. Ein weiteres Problem ist der relativ hohe elektrische Widerstand zwischen den Grenzflächen der leitenden Füllpartikel im Kathodenverbund.

Die drei Forscher entwickelten ein neues Kathodenkonzept, basierend auf einem neuartigen Verbundmaterial, durch das die bauliche und stoffliche Trennung von Stromsammler und Kathodenmaterial entfällt. Das Kathodenmaterial kann in einem einstufigen kontinuierlichen Herstellungsverfahren galvanogeformt oder in Bandgalvanikanlagen beschichtet werden. Durch den neu entwickelten Herstellungsprozess kann der Anteil des Aktivmaterials in der Kathode erhöht werden, da die Beimischung von Bindemitteln und elektrisch leitfähigen Füllpartikeln überflüssig ist.

Nachhaltige Rohstoffe für den deutschen Automobilsektor – Herausforderungen und Lösungswege

Titelbild_StudieQuelle: Global Nature Fund

Neue Studie zu Fragen der ökologischen und sozialen Risiken beim Abbau und der Verarbeitung wichtiger Rohstoffe für die deutsche Automobilindustrie erschienen.

Die gemeinsam verfasste Studie von SÜDWIND, dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) und dem Global Nature Fund (GNF) belegt, dass noch erheblicher Handlungsbedarf besteht und zeigt Ansätze für mehr Nachhaltigkeit in den Wertschöpfungsketten der deutschen Automobilindustrie auf.

Deutschland verfügt nur über geringe eigene Metallvorkommen und ist daher auf Importe angewiesen. Im Fokus der Studie stehen daher Metalle mit besonders gravierenden sozialen und ökologischen Einflüssen auf die Umwelt. „Deutsche Automobilunternehmen arbeiten in einem komplexen Umfeld und das Management ihrer Lieferketten stellt eine enorme Herausforderung dar. Durch technologische Verschiebungen – etwa aufgrund der Elektromobilität – werden zudem verstärkt Metalle benötigt, deren Förderung erhebliche soziale und ökologische Missstände hervorrufen kann“, sagt Friedel Hütz-Adams, Rohstoffexperte beim SÜDWIND-Institut. Probleme gibt es allerdings nicht nur bei metallischen Rohstoffen. „Autoreifen werden auch heute noch größtenteils aus Naturkautschuk hergestellt, für dessen Produktion große Plantagen angelegt werden. Viele dieser Plantagen werden in ökologisch äußerst sensiblen Gebieten und häufig unter Missachtung von Umweltgesetzen angelegt”, so Sascha Liese, Mitautor der Studie und Projektmanager beim GNF.

In der Studie werden jedoch nicht nur die bestehenden Herausforderungen aufgezeigt, sondern auch Lösungsansätze dargelegt. Dabei spielt der ordnungspolitische Rahmen eine große Rolle. Jan Per Bethge vom CSCP ist überzeugt: „Die ökologischen und sozialen Bedingungen in vielen Abbaugebieten könnten sich deutlich verbessern, wenn alle beteiligten Akteure bestehenden Gesetzen folgen. Zudem ist Ressourcenschonung ein großer Hebel für die Automobilbranche. Autos müssten so konstruiert sein, dass sie leichter sind und weniger kritische Rohstoffe enthalten. Auch innovative Mobilitätskonzepte können zu einer Verringerung des Autoverkehrs und damit der Nachfrage nach kritischen Rohstoffen beitragen.”

Die Studie kann über info@suedwind-institut.de bestellt werden und steht ab sofort hier zum Download bereit.

 

 

 

Elektromobilität: Tesla gibt Patente frei

tesla_batterieQuelle: IWR

Palo Alto, Kalifornien/USA – Patente gelten als Indikator für den Innovationsgrad von Unternehmen und Branchen. Patenten wird zudem eine zentrale Bedeutung beigemessen, wenn es darum geht, den Know-how-Vorteil von Unternehmen in einen Wettbewerbsvorteil zu transformieren.

Um so überraschender ist es daher, dass der US-Elektrofahrzeughersteller Tesla jetzt offensichtlich seine sämtlichen Patente öffentlich machen will. Dies erklärte Tesla-Chef Elon Musk am Donnerstag in einem Blog-Eintrag.

Tesla will Marktdurchdringung der Elektromobilität beschleunigen
Ziel der Patentfreigabe ist es nach den Angaben von Musks, Mitbewerbern auf dem Elektromobilitätssektor Zugang zu Teslas Technologien zu ermöglichen. So könne nicht nur Tesla, sondern die ganze Welt von einer gemeinsamen Technologieplattform profitieren und den Elektromobilitätssektor voranbringen. „Wir glauben, dass Tesla und andere Hersteller von Elektrofahrzeugen, und die ganze Welt von einer gemeinsamen, rasch wachsenden Technologieplattform profitieren könnten“, so Musk. Tesla werde keine Patentrechtsklagen gegen Unternehmen einreichen, die eine Nutzung der Tesla-Technologien anstreben, so Musk weiter.

Keine Konkurrenz durch große Automobilproduzenten
Angesichts des enormen Marktpotenzials für Elektrofahrzeuge sieht Musk die wahre Konkurrenz weniger in den Mitbewerbern auf dem Elektrofahrzeugsektor, sondern in der immer noch riesigen Flut von kraftstoffbetriebenen Automobilen und den großen Automobilherstellern.

Kostenersparnis durch Massenproduktion
Erst Anfang der Woche wurde bekannt, dass Tesla im Rahmen seiner Expansionspläne den Bau einer riesigen Batteriefabrik plant. Ziel ist es, durch den Einstieg in die Massenproduktion die Kosten für Batterien deutlich zu senken. Die ehrgeizigen Pläne rufen nun auch die Politiker des US-Bundesstaates Kalifornien auf den Plan. Wie Reuters berichtet, planen Senatoren aus den Reihen der Demokraten und Republikaner eine gemeinsame Initiative, um Tesla für den Bau der Fabrik in ihrem Bundesstaat zu gewinnen.

Elektroauto: 1.000 Kilometer Reichweite mit Aluminium-Luft-Batterie?

Brennstoffzellen AutoQuelle: IWR

Montreal, Kanada – Alcoa und Phinergy haben gemeinsam eine neuartige Batterie für Elektroautos entwickelt. Diese soll für unglaubliche Reichweiten bei Elektroautos sorgen. Einen Nachteil hat die neue Technik allerdings.

Die beiden Unternehmen setzen auf eine Aluminium-Luft-Batterie. Diese soll aus einer variablen Anzahl von Aluminiumplatten bestehen. Bereits eine dieser Platten soll das Auto lange Zeit mit Strom versorgen können. Der Geschäftsführer von Alcoa Canada glaubt, dass die Autoindustrie sich solche Innovationen wünscht.

Neue Aluminium-Luft-Batterie sorgt für große Reichweite
Der Aluminiumhersteller Alcoa und der israelische Akkuhersteller Phinergy haben ihre gemeinsam entwickelte Akkutechnik an einem umgebauten Citroen in Kanada vorgeführt. Dank der Aluminium-Luft-Batterie soll das Elektroauto eine Reichweite von 1.600 km haben. Für tägliche Kurzstrecken kann das Elektroauto auf einen Lithium-Ionen-Akku zurückgreifen, der an der Steckdose oder der Ladesäule geladen werden kann. Falls auf längeren Strecken der Lithium-Ionen-Akku nicht mehr liefern könne, soll die Aluminium-Luft-Batterie die Stromversorgung übernehmen.

Die Aluminium-Luft-Batterie verwendet Luft und Wasser um die im Aluminium gespeicherte Energie freizusetzen. Die Batterie besteht aus mehreren Aluminiumplatten. Phinergy zufolge kann eine der Aluminiumplatten das Auto für 32 km mit Strom versorgen. Dementsprechend soll ein Auto mit 50 Platten eine Reichweite von 1.600 km haben. Nachteil: Die Akkuzellen der Aluminium-Luft-Batterieeinheit sind nicht wieder aufladbar und müssen dementsprechend ausgetauscht werden.

Elektroautos kommerzialisieren

Alcoa und Phinergy arbeiten gemeinsam daran mit neuen Materialien, Verfahren und Komponenten die Aluminium-Luft-Batterie zu kommerzialisieren. Beide Unternehmen freuen sich über den gelungenen Test und sehen in ihrer Entwicklung einen wichtigen Schritt für die Autoindustrie. „Die Einführung von Elektroautos wurde durch die begrenzte Reichweite von normalen Batterien verlangsamt. Auch bekannt als ‚Reichweitenangst‘“, sagte Aviv Tzidon, Geschäftsführer von Phinergy. Er meinte weiter, dass durch Phinergys Technologie und der Rolle Alcoas als Brachenführer, eine spannende Möglichkeit besteht Elektroautos „in den Mainstream“ zu führen.

Die Autohersteller wollen Technologien, die es Null-Emissions-Elektroautos ermöglicht Distanzen zu erreichen, die mit Benzin-Autos konkurrieren können. Die Aluminium-Luft-Batterie hat das Potenzial, diese Herausforderung mit vollständig recycelbaren Material ohne CO2-Emissionen zu erfüllen“, sagte Martin Briere, Geschäftsführer von Alcoa Canada.