Umweltfreundliche Klinik

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Westfalen

    Quelle: Deutsche Rentenversicherung Westfalen

Quelle: Deutsche Rentenversicherung Westfalen

Die Klinik Königsfeld wurde am 27. Oktober mit dem ÖKOPROFIT-Zertifikat ausgezeichnet. Dieses Zertifikat konnte sie nach der Teilnahme am „Ökologischen Projekt für integrierte Umwelt-Technik“, einem Abfall- und Emissionsvermeidungsprojekt, erlangen. Um das zu erreichen, musste die Klinik rund 50 Vorgaben umsetzen und das Wichtigste: Alle Klinikbeschäftigten mussten an einem Strang ziehen.

Minister überreicht Zertifikate

In der Feierstunde, die in der Klinik Königsfeld stattfand, wurden elf weitere Betriebe des Ennepe-Ruhr-Kreises ausgezeichnet. So konnte der Verwaltungsdirektor der Klinik Königsfeld, Oliver Niggemann, zusammen mit dem Team, das an dieser Zertifizierung arbeitete, das Zertifikat entgegennehmen. „Ich freue mich, dass alle Teilnehmerinnen und Teilnehmer sich so engagiert an dem Projekt beteiligt haben“, sagte der Direktor der Deutschen Rentenversicherung Westfalen, Christian Schöppner, in seiner Begrüßungsrede. Im November 2010 haben die kommunalen Energiedienstleister des Ennepe-Ruhr-Kreises – die Stadtwerke Witten und die Aktiengesellschaft für Versorgungsunternehmen (AVU) Gevelsberg – gemeinsam mit der Wirtschaftsförderungsagentur dieses Projekt auf den Weg gebracht. Ziel des ganzen Projektes ist, Emissionen und Abfälle zu reduzieren. Ganz am Anfang stand dabei die Datenerhebung in der Klinik. Wie viel Strom wird verbraucht, und warum? Wie viel Müll entsteht in der Klinik, und wo kommt er her? Während der einjährigen Projektphase wurden so die Daten erhoben, Ideen zu Einsparungen entwickelt, Ideen umgesetzt und natürlich darauf geachtet, diese auch in Zukunft weiterführen zu können. Auch der Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen, Johannes Remmel, ist von dem Projekt begeistert. „Wir sind eine Generation, die die Endlichkeit der Rohstoffe klar vor Augen hat. Sie haben sich als Unternehmen auf den Weg gemacht und sich am Projekt ÖKOPROFIT beteiligt. Die Durchführung dieses Projektes ist ein bisschen Revolution vor Ort in Ihren Unternehmen“, sagte der Landesminister in seiner Ansprache. Im Anschluss daran konnte er an alle 12 Betriebe die Auszeichnungen überreichen.

Das ÖKOPROFIT-Team

Um dieses Projekt in der Klinik umzusetzen, mussten Beschäftigte aus den verschiedensten Bereichen eng zusammenarbeiten. Projektleiter ist der Technische Leiter der Klinik Königsfeld, Detlef Frühling. Außerdem gehören zum Team: Martin Braun aus dem Technischen Dienst, Maribel Hurtado aus dem Bereich Beschaffung, Sven Hustadt aus dem Bereich der Küche, Sabine Kirschbaum als Hauswirtschaftsleiterin und Buchhalter Jens Kösters. Das Team hatte die Aufgabe, alle Aktivitäten rund um das Projekt zu organisieren und musste die Vorgaben zur Zertifizierung bearbeiten und durchführen. Unterstützt wurden sie dabei durch die B.A.U.M.-Consult, die als beauftragte Beratungsgesellschaft das Gesamtprojekt betreute. Das Team arbeitete bei diesen Entscheidungen eng mit der Klinikleitung zusammen. „Um den Kolleginnen und Kollegen der Klinik das Projekt näher zu bringen, haben wir ‚ÖKOPROFIT-Pinnwände’ in den Pausenräumen aufgestellt. Auf denen wurde unser Team vorgestellt, aktuelle Infos zum Projekt veröffentlicht und eine ‚Wussten-Sie-schon…-Kollumne’ mit Infos zum Nachdenken eingefügt“, erklärte Detlef Frühling.

Welche Änderungen gab es?

Es reichte jedoch nicht, dass das Team an dem Abfall- und Emissionsvermeidungsprojekt arbeitete, alle Beschäftigten der Klinik mussten motiviert werden. Zuerst wurden Energiesparmaßnahmen durchgeführt, die viele auch von zu Hause kannten: Licht und Monitor ausschalten, wenn man den Raum verlässt, Heizung kleiner drehen, wenn gelüftet wird, nur Stoßlüften, und viele kleine Maßnahmen mehr. „Dann kamen aber auch verschiedene Ideen aus den Abteilungen der Klinik. Die Ernährungsberatung druckt zukünftig beispielsweise die Info-Flyer für Patienten nur noch beidseitig, Im Therapiezentrum werden jetzt Wärmegeräte nachts automatisiert ausgeschaltet und morgens wieder eingeschaltet anstatt die ganze Nacht durchzuheizen, und die Straßenbeleuchtung wird seit dem nachts ausgestellt“, sagte Teamleiter Detlef Frühling. Außerdem setzte die Technik-Abteilung der Klinik energiesparende Leuchtmittel ein, in Fluren, Nebenräumen und WC wurden Bewegungsmelder anstatt Lichtschalter eingebaut und in den Seminarräumen haben die Heizkörper automatisierte Thermostate bekommen, die erkennen, wenn die Fenster geöffnet sind.

ÖKOPROFIT als Einstieg

Um die ÖKOPROFIT-Auszeichnung zu erlangen, musste die Klinik Königsfeld rund 50 Vorgaben erfüllen, die unter anderem aus den Bereichen „Energie“, „Abfall“, „Wasser“, „Gefahrstoffe“, „Einkauf“ und „Organisation und Kommunikation“ kamen. Alle Vorgaben konnten in einem Jahr von der Klinik erfüllt werden. Und was passiert nach dem einen Jahr? Das Projekt ÖKOPROFIT soll als Einstieg in das Umweltmanagement dienen. In weiteren Modulen werden die Betriebe bei der Fortführung ihrer ÖKOPROFIT-Aktivitäten unterstützt. Mit der ÖKOPROFIT-Rezertifizierung bietet die Kommune den einmal ausgezeichneten Betrieben die Möglichkeit der erneuten Überprüfung und Auszeichnung. Die Klinik Königsfeld und die anderen elf Betriebe werden auch in Zukunft den Erfahrungsaustausch weiterführen

“Wir sind Demokratie!” Die neuen europäischen Protestbewegungen

Quelle: You Tube/ARTE

Wie wollen wir in Zukunft leben? Menschen in ganz Europa erheben ihre Stimme. Sie engagieren sich für mehr Mitbestimmung, mehr Demokratie und suchen nach neuen Formen, um Politik mit ihren Themen zu gestalten. Trotz ihrer regionalen Unterschiede werfen die neuen Protestbewegungen Fragen auf, die uns alle betreffen:

Wollen wir lieber eine »marktkonforme« oder eine »menschenkonforme« Demokratie?

Hat unsere repräsentative Demokratie in Zukunft überhaupt noch eine Chance?

Die Finanz- und Wirtschaftskrise hat in vielen Ländern Europas zu einer Verschlechterung der Lebensumstände geführt. Zahlreiche Menschen fühlen sich den Mechanismen der globalisierten Wirtschaft ausgeliefert, und immer mehr üben Kritik. Von Madrid bis Reykjavík sind junge, europäische Protestbewegungen entstanden, die beginnen, auch unser Leben zu verändern.
Die Dokumentation begibt sich auf eine Reise durch Europa zu jungen, alternativen Bewegungen mit ihren neuen Ideen. Erstes Ziel ist Spanien. Hier begann alles am 15. Mai 2011 mit der Protestbewegung “15M”. Anschließend geht es nach Island. Hier eroberte der Punkmusiker und Komiker Jón Gnarr mit seiner “Besten Partei” nach der harschen Finanzkrise das Reykjavíker Rathaus. In der Schweiz wachsen mit den “KaosPilots” neue Führungskräfte als soziale Entrepreneurs heran. In Österreich stellt der Globalisierungskritiker Christian Felber mit seiner “Gemeinwohl-Ökonomie” das kapitalistische Wirtschaftssystem auf den Kopf.

Und in Deutschland treffen die Autoren unter anderem  Harald Welzer, Erfinder der “Stiftung Futurzwei”, und das Team des bürgerschaftlichen Projekts “Nexthamburg”. Wie gut funktionieren die neuen Ideen bereits, wo sind sie noch nicht ausgereift, und wie können sie in Zukunft die Demokratie bereichern?

Raus aus der Krise, rein in eine tragfähigere Gesellschaft, in der sich vielleicht nicht nur unsere in die Jahre gekommene Demokratie der Volksvertreter, sondern jeder Einzelne von uns verändern muss, lautet die Forderung. Ist eine neue Revolution bereits in vollem Gange?

Oder hört das Experiment Demokratie im Grunde niemals auf ?

 

Bundesregierung plant Pro-Fracking-Gesetz. BUND: Risiken inakzeptabel

Fracking stoppen! Die Risiken für unser Grund- und Trinkwasser sind viel zu hoch.

Fracking stoppen! Die Risiken für unser Grund- und Trinkwasser sind viel zu hoch.

Quelle: BUND

Berlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die Pläne der Bundesregierung, die riskante Gasfördermethode Fracking in großen Tiefen noch in diesem Jahr erlauben zu wollen, “ein klarer Fall von vorauseilendem Gehorsam gegenüber internationalen Energiekonzernen“. Diese wollten spätestens mit dem transatlantischen Handelsabkommen TTIP die Schiefergasförderung in Deutschland durchsetzen, sagte die BUND-Energieexpertin Ann-Kathrin Schneider. Sie warf der Bundesregierung vor, die inakzeptablen Risiken des Einsatzes hochgiftiger Chemikalien beim Fracking zu unterschätzen. Das ergebe sich aus der heute bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

“Fracking gefährdet die Grund- und Trinkwasservorkommen in Deutschland. Fracking gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung und Fracking ist lediglich eine weitere Methode, um das System der fossilen Energieerzeugung am Laufen zu halten“, sagte Schneider. “Die vielen mit Fracking verbundenen Risiken lassen sich nur vermeiden, wenn die Bundesregierung diese Gasfördermethode in jeder Variante verbietet”, so Schneider.

Erforderlich sei stattdessen ein schnellerer Ausstieg aus den Energieträgern Atomkraft, Kohle, Öl und Gas und ein konsequenter Umstieg auf erneuerbare Energien. “Fracking schadet dem Klimaschutz. Die Bundesregierung weiß, dass Deutschland seine anvisierten Klimaziele nur erreichen kann, wenn es sich konsequenter als bisher von fossilen Energiequellen verabschiedet und die Energieverschwendung eindämmt“, sagte Schneider.

Gegen Fracking spreche auch, dass hierzulande mit dieser Methode förderbares Gas nur einen Bruchteil des Verbrauchs in Deutschland decken könne. “Es ist der falsche Weg, viele hundert Millionen Euro in eine Technologie zu investieren, die lediglich einen kurzen Zeitraum überbrückt und den Ausstieg aus fossilen Energien verzögert“, sagte Schneider.

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McKinsey: Deutschland verpasst 9 von 15 Energiewende-Zielen

Luftverschmutzung - Zeit zu handeln!Quelle: IWR

Düsseldorf– Die Energiewende in Deutschland gilt als Mammutprojekt und könnte bei Gelingen auch die Blaupause für andere Länder werden. Doch laut einer aktuellen McKinsey-Studie sind neun von 15 Regierungszielen im Zusammenhang mit der Energiewende bis zum Jahr 2020 nicht erreichbar.

Zu den Zielen, die Deutschland aus Sicht des Beratungsunternehmens nicht erreichen wird, zählt u.a. auch das CO2-Minderungsziel von minus 40 Prozent bis 2020. Der „Energiewende-Index“ von McKinsey zeigt anhand quantifizierbarer Indikatoren das klimapolitische Scheitern der Bundesregierung. Neben dem Verfehlen des CO2-Ziels reichen auch die bislang erreichten Energie-Einsparungen nicht aus, so die Berater.

Mehr Arbeitsplätze in der EE-Branche
Die Studie hat ein Team rund um den Energieexperten Thomas Vahlenkamp erstellt. Bereits seit zwei Jahren misst McKinsey akribisch nach, was von der Politik an Energiewendezielen zahlenmäßig vorgegeben wurde. Die aktuellen Daten des Energiewende-Index, kurz EWI, zeigen nun eine erschreckende Bilanz, denn nur sechs der 15 untersuchten Indikatoren sind bis zum Jahr 2020 aus Sicht der Autoren noch realistisch.

Immerhin bleiben der Ausbau der Photovoltaik sowie die Eingrenzung des jährlichen Stromausfalls (in Minuten) im Rahmen der Zielsetzung der Merkel-Regierung. Als weiteren positiven Effekt konnte der Ausbau von Arbeitsplätzen sowohl in erneuerbaren Energien als auch in stromintensiven Industrien realisiert werden, so die McKinsey Studie.

Neun von 15 Zielen unerreichbar
Trotz des erheblichen Ausbaus der erneuerbaren Energien zeigt der EWI deutlich die Schwächen und den Rückstand in Sachen Klimaschutz auf. Die zentralen Ziele der Energiewende bis zum Jahr 2020 liegen weit unter dem veranschlagten Ausbaukorridor der deutschen Regierung. Beispielsweise soll der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 40 Prozent sinken. Seit 2000 gingen die Emissionen in Deutschland jährlich lediglich um 0,7 Prozent zurück. Dementsprechend müsste sich der Faktor um fünf erhöhen, damit das Ziel erreichbar wäre. „Ambitionierte Ziele sind notwendig, damit die Energiewende gelingt. Sie müssen aber regelmäßiger überprüft und angepasst werden“, sagt McKinsey-Direktor Thomas Vahlenkamp, der auch den Index entwickelt hat.

Auch die Reduktion des Gesamtverbrauchs von Energieträgern wie Kohle und Öl ist weit entfernt vom ursprünglich angestrebten Ziel der Bundesregierung. Vahlenkamp zufolge sei der Grund dafür die unzureichende Realisierung von bestehenden Energieeffizienzpotenzialen. Würde man ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent p.a. bis 2020 zugrunde legen, müsste sich die Energieproduktivität in Deutschland von derzeit durchschnittlich 1,4 auf 4,3 Prozent jährlich verbessern, um das 2020-er Ziel zu erreichen.

Vahlenkamp fordert Bundesregierung zu mehr Monitoring auf

Nach Ansicht von Vahlenkamp sollte das Ergebnis des EWI Anstoß für die Politik sein, nach wie vor ambitionierte, aber deutlich realistischere Ziele vorzugeben. Zugleich müsste regelmäßig die Soll-Ist-Abweichung analysiert werden, um dadurch Fehlsteuerungen vermeiden zu können. Erforderlich seien ein kontinuierliches Monitoring des Umsetzungserfolgs und eine zeitnahe entsprechende Anpassung politischer Ziele und Maßnahmen. In der Vergangenheit seien diese oftmals erst sehr spät angepasst worden, wie etwa im Fall der EEG-Vergütungssätze für Solar-PV-Anlagen in Deutschland.

 

Wie lange kommt Deutschland ohne Russland-Gas aus?

energiewende vs erdgas

Quelle: Westfälische Rundschau

Quelle: IWR

Köln – Die aktuellsten Nachrichten zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sorgen für ein wenig Entspannung: Möglicherweise könnte es vorerst zu einer Waffernruhe in der Ost-Ukraine kommen. Ungeachtet dessen machen sich viele Europäer auch Sorgen über die zukünftige Versorgungslage mit russischem. Das Energiewirtschaftliches Institut der Uni Köln (EWI) hat die Folgen für Deutschland genauer analysiert.

In Deutschland könnte es demnach im schlimmsten Fall schon nach drei Monaten zu Lieferengpässen kommen. Abhängig sei die Versorgungssituation im Fall der Fälle insbesondere von der Verfügbarkeit von Flüssiggas, so die EWI-Experten. Deutschland ist der größte Importeur von russischem Gas in Europa und deckt seinen Bedarf zu fast 39 Prozent damit.

Deutschland könnte fünf Monate durchhalten
Ein Stopp russischer Erdgaslieferungen nach Westeuropa ab November würde nach spätestens sechs Monaten zu erheblichen Versorgungsstörungen in Deutschland führen, heißt es in der Studie des EWI. Um den Ausfall russischer Lieferungen innerhalb dieses Zeitraums kompensieren zu können, müsste in Europa allerdings erheblich mehr Flüssiggas als im Jahr 2013 importiert werden. Und die deutschen Gasspeicher dürften nur zu 85 Prozent wieder aufgefüllt werden. Das würde allerdings die Versorgungssicherheit im darauffolgenden Winter verringern. “Trotz seiner großen Gasspeicherkapazitäten und seiner geographischen Nähe zu den großen Gasproduzenten Niederlande und Norwegen wäre Deutschland von einem lang andauernden Gaslieferembargo durch Russland im Zuge der Ukrainekrise stark betroffen“, hob Studienleiter Harald Hecking ein zentrales Ergebnis der Untersuchung hervor.

Niederlande und Norwegen als Gaslieferanten gebunden
In der Studie untersucht das Kölner Institut die Auswirkungen von Embargos verschiedener Dauer. Bei einem Lieferstopp von sechs Monaten würden in Deutschland rund drei Milliarden Kubikmeter Gas fehlen, bei einem Embargo, das länger als neun Monate dauert, wären es schon zwölf Milliarden Kubikmeter. Die Autoren der Studie führen die Folgen eines längeren Embargos für Deutschland vor allem auf drei Gründe zurück: Deutschland sei der größte Importeur von russischem Gas in Europa. Zum zweiten hätten die Niederlande und Norwegen einen wesentlichen Teil ihrer Gasproduktion über langfristige Verträge an Länder wie Frankreich und Italien verkauft und hätten also nur begrenzte Kapazitäten für zusätzliche Lieferungen nach Deutschland frei. Drittens verfüge Deutschland zwar über große Kapazitäten an Gasspeichern, je länger das Embargo aber anhalte, umso weniger nützten die Speicher.

Versorgungssituation stark von Flüssiggas-Beschaffung abhängig
Entscheidend für die Versorgungssituation sei die Menge an Flüssiggas (LNG), die auf dem Weltmarkt bezogen werden könne: Um die Gasversorgung in Deutschland während eines Embargos von fünf Monaten Dauer zu sichern, müsste Europa seine Flüssiggasimporte gegenüber 2013 nahezu verdoppeln und zusätzliche 45 Milliarden Kubikmeter beschaffen. Werden nur zusätzliche 25 Milliarden Kubikmeter importiert, drohen bereits bei einem dreimonatigen Gas-Embargo Lieferengpässe in Deutschland. Zusätzliches Flüssiggas bekäme Deutschland aber nur zu deutlich höheren Preisen, da Deutschland und Europa hier im globalen Wettbewerb mit anderen Nachfragern, z.B. Japan, stehen.

Milliarden-Einbußen für Gazprom
Die Studie weist auch zudem daraufhin, dass die Abhängigkeit nicht einseitig ist. Ein russisches Gasembargo wäre auch für den russischen Export-Monopolisten Gazprom nicht umsonst. Nach Schätzungen des EWI würden jeder Monat des Embargos in Russland zu Einnahmeausfällen von 4 bis 4,5 Mrd. Euro führen, was etwa 3,5 Prozent des Jahresumsatzes von Gazprom entspräche.