Ökostrom: Bereits mehr als 700 Tarife in Deutschland

Quelle: IWR

Köln – Immer mehr Haushalte vollziehen die Umstellung auf grünen Ökostrom. Wie der TÜV Rheinland mitteilt, bieten derzeit rund 730 Stromlieferanten in Deutschland einen Ökostromtarif an. Dennoch sei es für den Verbraucher noch nicht einfach, das Ökostromangebot zu prüfen. „Ob ein Energieanbieter wirklich nachhaltig erzeugten Strom verkauft, ist für den Verbraucher nicht einfach zu erkennen. Denn es gibt keine allgemeingültige Definition für Ökostrom“, so Jürgen Reinhardt, Energieexperte von TÜV Rheinland. So kann ein Energieversorger ganz legal Ökostrom anbieten, obwohl er selbst keinen produziert. Sogenannte “Herkunftsnachweise” erlauben es, die grüne Eigenschaft des Stroms einzukaufen und auf den eigenen Strom zu übertragen.

Zertifikate bieten Transparenz
Solange der Anbieter eine transparente Informationspolitik betreibt, ist das grundsätzlich nicht verwerflich. Der idealtypische Ökostromanbieter investiert in regenerative Stromerzeugung, setzt sich für die Umwelt ein und verzichtet auf Kohle- oder Atomenergie“, so Reinhardt weiter. Der TÜV Rheinland empfiehlt daher sich an zertifizierten Angeboten zu orientieren. Dabei setzt der TÜV Rheinland auf eine hundertprozentige Versorgung mit Strom beziehungsweise Herkunftsnachweisen aus regenerativen Quellen. Außerdem fordert die Prüfstelle die CO2-Neutralität der Energie und verlangt, dass die Anlagen zur Erzeugung allgemeinen Standards des Umweltschutzes entsprechen.

Ökostrom nicht gleich EEG-Strom
Insgesamt stieg der Anteil der erneuerbaren Energien am gesamten Strommix laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft 2012 auf über 22 Prozent an. Dabei ist allerdings zu beachten, dass der Strom für die Ökostromtarife zu einem großen Teil nicht in Deutschland erzeugt wird. Lediglich der Grünstrom, der nicht im Rahmen des EEG (Erneuerbare-Energien-Gesetz) vergütet wird, steht für Ökostromangebote zur Verfügung. Der EEG-Strom selbst wird dagegen im abgeschlossenen System des EEG-Umlagemechanismus an der Börse vermarktet und ist danach als Graustrom nicht mehr vom Strom aus Kohle- oder Atomkraftwerken zu unterscheiden. Für den Verbraucher ist der Strom dementsprechend nicht als Ökostrom nutzbar, vielmehr wird über einen Verrechnungsmechanismus lediglich der EEG-Anteil am Strommix des einzelnen Stadtwerks bestimmt. Dieser orientiert sich an der Höhe der Zahlungen im Rahmen der EEG-Umlage.

 

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