17Mrz
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 18. März 2012 um 12:14 Uhr
„Rekommunalisierung der Versorgungsnetze: Chancen und Risiken“, mit dieser Thematik befassten sich die Grünen in einer Informationsveranstaltung, zu der sie mit der Landtagsabgeordneten und Elektroingenieurin Wibke Brems eine echte Fachfrau ins Boot geholt hatten. Der Konzessionsvertrag der Stadt mit der AVU laufe Ende diesen Jahres aus, jetzt sei zu überlegen, wie es weitergeht.
Daraus ergäben sich verschiedene Möglichkeiten von der Gründung eigener Stadtwerke über eine Beteiligung daran oder die Beschränkung auf die Gründung einer Netzgesellschaft bis zum geringsten Risiko für die Stadt, einem neuen Konzessionsvertrag mit vielleicht besseren Bedingungen.
InterkommunaleZusammenarbeit
Und wenn auch die größten Einflussmöglichkeiten für die Kommune im Aufbau eines eigenen Stadtwerks lägen: Darin lägen auch die größten Risiken, sagte Wibke Brems, und dafür solle man sich nur dann entscheiden, wenn man dafür eine breite politische Basis und damit auch eine breite Bürgerschaft hinter sich hätte.
Das sei eine sehr komplexe Materie, stellte Ennepetals Stadtkämmerer Dieter Kaltenbach fest. „Die Frage ist, in was wollen wir einsteigen?“ Wie viel Risiko wolle man eingehen? Wie viel Gewinn möglicherweise generieren? Das sei eine schwierige Entscheidung, zumal man im Ennepe-Ruhr-Kreis vor Jahren mit sechs Städten in eine interkommunale Zusammenarbeit eingestiegen sei, um für die Stromanbieter eine „hübschere Braut“ zu sein als jede für sich alleine. Dafür hole man sich im Gegenzug aber auch jedes Problem ins Haus, das eine der beteiligten Städte habe. Hier den Mittelweg zu finden zwischen dem Wunsch nach „sauberem Strom“ und den Zwängen der Haushaltsaufsicht, „ist nicht einfach.“
Heinz Bracht (Vorstand Stadtbetriebe Ennepetal) erklärte, Ennepetal beabsichtige, Ökostrom auszuschreiben mit der Maßgabe, er dürfe nicht mehr als 0,5 Cent je Kilowattstunde über dem „Normalstrompreis“ liegen. Ansonsten werde Ennepetal 25 000 Euro in ein Projekt „Photovoltaik“, „Solarthermie“ o.ä. investieren. Das Ergebnis werde Ende 2012 vorliegen und „ich gehe davon aus, es wird dazu führen, dass in Ennepetal Ökostrom angeboten werden wird.
Nicht grundsätzlichteurer als Graustrom
Dass Ökostrom nicht grundsätzlich immer teurer sei als Normalstrom, betonte Wibke Brems, warum mal der eine und mal der andere günstiger angeboten werde, sei nicht nachzuvollziehen. Fakt sei aber, dass es in Deutschland eine Ungleichverteilung von Ökostrom gebe und dass Wind- oder Sonnenenergie auch Schwankungen unterzogen sei. Hier gelte es, „intelligente Netze“ zu schaffen – und intelligente Geräte. Waschmaschinen etwa, die dann waschen, wenn der Strom am günstigsten sei. Es gebe Modellregionen, wo das Prinzip abgesehen von „Kinderkrankheiten“ funktioniere. Dafür müsse aber auch der Mensch sein Verhalten ändern.
16Mrz
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 18. März 2012 um 20:13 Uhr
Das Umweltamt der Stadt Ennepetal bietet einen Vortrag
zum oben genannten Thema an.
Die Veranstaltung findet am Mittwoch den 28. März um 18.30 Uhr ,
in der Stadtbücherei (Haus Ennepetal) statt.
Interessierte melden sich bitte an bei:
Frau Dr. Tomaschewski
Tel.: 02333/979-157
Fax: 02333/979-182
E-Mail: ctomaschewski@ennepetal.de
12Mrz
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 13. April 2012 um 16:42 Uhr
Wir veröffentlichen hier eine Meldung des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR)
Münster – Am letzten Wochenende haben Wind- und Solaranlagen einen erheblichen Beitrag zur Stromversorgung in Deutschland geleistet. Wie sich Wind-und Solarenergie ergänzen, zeigt die untenstehende Grafik. Dargestellt ist exemplarisch die mittlere Kraftwerksleistung auf Stundenbasis für das letzte Wochenende (10. und 11.03.2012) in Deutschland.
Während nach den Daten der Strombörse EEX der mittlere Bedarf an Kraftwerksleistung in Deutschland (für Anlagen mit mindestens 100 MW) in der Nacht bis auf 43.000 Megawatt (MW) sinkt, steigt der Strombedarf an diesem Wochenende bis Mittag auf über 50.000 MW an. Wind- und Solarenergie decken in diesem Zeitraum bereits einen erheblichen Teil der Stromversorgung. Die Solarenergie kann vor allem die Spitzenlast am Mittag abdecken und hilft damit, teure Gas-Spitzenlastkraftwerke einzusparen. Durch den Einsatz von Wind- und Solaranlagen ist der restliche Bedarf an konventionellen Kraftwerken wie Atomkraftwerke, Braun- und Kohlekraftwerke (graue Stäbe) deutlich geringer als ohne den Einsatz regenerativer Energiequellen. Zudem können die Kraftwerke konstanter eingesetzt werden und sind damit nicht so schwankungsanfällig.

11Mrz
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 9. März 2012 um 7:17 Uhr
Am 11.März jährt sich erstmalig das schreckliche Erdbeben in Japan mit dem nachfolgenden Tsunami, welcher über 20 000 Todesopfer forderte und den Super-Gau im Atomkraftwerk Fukushima auslöste.
Fukushima hat der Welt in aller Deutlichkeit gezeigt, dass kein Atomkraftwerk – egal ob in Japan, Deutschland oder anderswo – vor einer Kernschmelze gefeit ist. Die Kernschmelze ist kein erdbebentypisches Risiko. Auch braucht es keinen Tsunami, um sie auszulösen. Sie kann immer auftreten, wenn – aus welchen Gründen auch immer – der Strom ausfällt und Notstromaggregate versagen. Fukushima hat 25 Jahre nach Tschernobyl gezeigt, Atomkraft ist überall auf der Welt eine nicht verantwortbare Risikotechnologie, die keine Zukunft hat.
Aufgrund der verheerenden Ereignisse in Japan hatte der Bundestag im Juni 2011 mit einer großen Mehrheit über Parteigrenzen hinweg den Atomausstieg bis spätestens 2022 beschlossen und etliche Energiegesetze auf den Weg gebracht. Das war ein wichtiger Schritt für den Fortgang der in Deutschland seit zehn Jahren vor allem durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) stattfindenden Energiewende. Klar war aber auch, es müssen viele weitere Schritte folgen.
Angesichts ausbleibender Taten oder gar Schritte in die andere Richtung ist die bisherige Energiewende – wenn überhaupt – nur eine Atomwende. Der Kehrtwende bei der Atompolitik, mit der Abschaltung von acht der siebzehn Atomkraftwerke in Deutschland, hat Schwarz-Gelb bislang viel zu wenig folgen lassen, um den notwendigen Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz und Investitionen in neue Netze und Speicher zu forcieren.
Sven Hustadt (Sprecher des Ortsverbandes Ennepetal) dazu: „Der Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima zeigt, wir brauchen viel mehr Engagement der Bundesregierung in Sachen Energiewende. Fast hat man den Eindruck, dass Teile von Koalition und Regierung glauben, nach der Abschaltung von acht AKW in der Energiepolitik so weiter machen zu können wie vor Fukushima. Wenn wir die Energiewende ernsthaft wollen, muss sie mit dem konsequenten Ausbau der erneuerbaren Energien, mehr Energieeffizienz, Investitionen in Speicher und Netze vorangetrieben werden. Doch hier versagen Union und FDP bisher. So soll etwa die Erfolgsgeschichte der Photovoltaik beendet und die Solarförderung radikal zusammengestrichen werden. Die von der EU-Kommission vorgelegte europäische Energieeffizienzrichtlinie wäre ein Riesenschritt, von unserem nach wie vor zu hohen Energieverbrauch herunterzukommen, aber sie wird von der Bundesregierung aus unerfindlichen Gründen blockiert. Dabei wäre die Umsetzung der Richtlinie nicht nur ein großer Schritt für die Energiewende, sondern auch ein Beitrag zu unserer Öl- und Gasrechnung und eine Chance für den Export effizienter Produkte der deutsche Industrie.“
Es muss mit der Energiewende endlich Ernst gemacht werden. Dies gilt nicht nur für die Bundesregierung, sondern auch für Ennepetal.
Dazu haben Bündnis 90/Die Grünen bereits folgende Anträge gestellt:
Ø Erhöhung des Betrages für die energetische Sanierung im Vermögensplan der AÖR im Haushalt 2012
Ø Ausbau von Photovoltaik-Anlagen auf Dächern städtischer Gebäude in eigener Regie
Ø Einrichtung eines Photovoltaik-Katasters
Eine ernstgemeinte Energiewende nützt nicht nur dem Klima und sichert Arbeitsplätze vor Ort, sondern macht uns auch unabhängiger von anderen teuren Energieimporten und der klimaschädlichen Kohleverstromung.
28Feb
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wiggenhagen,
wir benötigen für unsere Veranstaltung am 12 März 2012, „Rekommunalisierung der Versorgungsnetze: Chance und Risiken“, folgende aktuelle Informationen:
I.) Wie weit sind die Gespräche mit anderen Städten in Bezug auf:
1) gemeinsamer Bezug von Strom?
2) Bezug von Ökostrom (welcher Definition unterliegt der Öko-Strom)?
II.) Aktuelle Lage zur Vergabe der Konzession ?
Für eine zeitnahe Antwort bedanken wir uns im Voraus.
26Feb
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 26. Februar 2012 um 16:57 Uhr

Zu einer Mitgliederversammlung hatte Wuppertals Kreisverband von Bündnis90/Die Grünen geladen –es waren auch Vertreter aus Ennepetal and Schwelm anwesend , denn der Themenschwerpunkt, die geplante Ansiedlung eines Ikea-Homeparks in, sorgte für Gesprächsstoff.
Trotz fehlender Informationen und ausstehender Gutachten wurden Pro und Contra der Ansiedlung heiß diskutiert. Sorge bereitete eine mögliche negative Auswirkung auf den innerstädtischen Handel und den Abzug der Kaufkraft.
Ebenso die Auswirkung auf den Handel umliegender Städte wie Schwelm, Gevelsberg und Ennepetal
Kritisch gesehen wurde aber der sogenannte Homepark – eine Vielzahl an Geschäften unterschiedlicher Branchen auf dem Ikea-Gelände. Nach Meinung einiger Diskussionsteilnehmer widerspricht dieser dem regionalen Einzelhandelskonzept, welches eine Stärkung der Innenstädte vorsieht.
Laut den Grünen drohen 7000 Autos zusätzlich – am Tag
Weitere Problempunkte stellen für die Grünen das zu erwartende Verkehrsaufkommen und die noch nicht gelöste Verkehrsführung dar. Vergleiche mit anderen Ikea-Filialen lassen mit rund zwei Millionen Besuchern jährlich rechnen und circa 7000 Fahrzeugen täglich. Daher wurde wiederholt eine Rückbesinnung auf Kernelemente der grünen Politik angemahnt – denn eine Stadt der kurzen Wege werde durch Ansiedlungen am Stadtrand nicht erreicht. Als Gegenkonzept brachten die Teilnehmer daher die Fortführung der Ausstellung Eigenheim und Garten im Verbund mit dem Ausbau erneuerbarer Energie ins Gespräch.
20Feb
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 26. Februar 2012 um 8:57 Uhr
In Absprache mit dem Integrationsrat folgt die Stadtverwaltung Ennepetal dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und hält im Rathaus am Donnerstag, 23. Februar, um 12 Uhr, für eine Schweigeminute inne. Trauerbeflaggung an allen städtischen Gebäuden weist zusätzlich auf das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt hin.
Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden:
ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden, ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt, ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.
Die Bürgerinnen und Bürger der Stadt Ennepetal beweisen seit vielen Jahren ihr entschlossenes Auftreten gegen rechtsextremistische Tendenzen.
So organisierten sich am Ostersamstag 2001 mehr als 1.000 Bürgerinnen und Bürger zu einer Protestdemonstration gegen einen Aufmarsch einer rechtsextremistischen Gruppierung. Dafür wurde den Ennepetalerinnen und Ennepetalern im gleichen Jahr der Friedenspreis verliehen. Zahlreiche weitere Aktionen von Kirchen, Institutionen, Vereinen und Verbänden folgten bis heute.
Die von rechtsextremistischen Gewalttätern verübten Morde, Raubüberfälle und Anschläge erfüllen die Menschen in Ennepetal erneut mit Abscheu und Entsetzen.
Bundesweit treten Arbeitgeber und Gewerkschaften gemeinsam ein für ein Deutschland, in dem Rechtsextremismus, Fremdenfeindlichkeit und Antisemitismus keinen Platz haben. In den Unternehmen in Deutschland ist zwischen den Beschäftigten ethnische und kulturelle Vielfalt gelebte Realität. Die Betriebe geben zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Integration, Respekt und Toleranz. Wir stehen daher gemeinsam in der Pflicht, rechtsextremem Gedankengut entschieden entgegenzutreten.
In Absprache mit dem Integrationsrat folgt die Stadtverwaltung Ennepetal dem Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände und hält im Rathaus am Donnerstag, 23. Februar, um 12 Uhr, für eine Schweigeminute inne. Trauerbeflaggung an allen städtischen Gebäuden weist zusätzlich auf das Gedenken an die Opfer rechtsextremistischer Gewalt hin.
Im stillen Gedenken an die Opfer soll ein kraftvolles Zeichen gesetzt werden:
ein Zeichen der Trauer und des Mitgefühls mit den Opfern, ihren Familien und Freunden, ein Zeichen der Verurteilung von Fremdenhass, Rassismus und rechtsextremer Gewalt, ein Zeichen für die Vielfalt und Offenheit Deutschlands.
(Presseinformation der Stadt Ennepetal)
15Feb
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 9. März 2012 um 7:16 Uhr
In Deutschland laufen aktuell tausende „Konzessionsverträge“ zwischen Kommunen und Energieversorgungsunternehmen zum Betrieb von Strom- und Gasverteilnetzen aus.
So werden auch in Ennepetal die Weichen der kommunalen Energieversorgung für die nächsten 10 bis 20 Jahre neu gestellt. Auch hier laufen in der nächsten Zeit die Konzessionsverträge für Strom- und Gasversorgungsnetze ab. Somit stehen wir vor der Frage, ob die Energieversorgung in unserem Stadtgebiet in Zukunft wieder in eigener kommunaler Verantwortung übernommen oder durch Konzession wieder an ein Energieversorgungsunternehmen vergeben werden soll.
Die Bündnis 90 / Die Grünen Ratsfraktion in Ennepetal lädt aus diesem Anlass gemeinsam mit Wibke Brems, MdL und Sprecherin für Klimaschutz und Energiepolitik der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen zu einem Vortragsabend ein. Interessierte Bürgerinnen und Bürgern können sich darüber austauschen, wie sich eine klimafreundliche und nachhaltige kommunale Energiepolitik verwirklichen lassen könnte. Es besteht die Möglichkeit, die Chancen und Risiken gemeinsam zu erörtern.
Zum Hintergrund: In der Praxis ist der Übergang von einen zum anderen Konzessionsnehmer/ Netzbetreiber für viele Kommunen eine schwer zu überwindende Hürde. Das Energiewirtschaftsgesetzes (EnWG) trifft keine eindeutige Regelung zur Art und Weise der Übertragung der Anlagen an den Neukonzessionär und zur Ermittlung der Höhe der Entschädigung. Außerdem ist der bisherige Netzbetreiber faktisch nicht verpflichtet, relevante Daten zur Verfügung zu stellen.
Trotz aller Unwägbarkeiten gibt es jedoch auch gute Gründe für einen Wechsel.
13Feb
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 28. Februar 2012 um 21:04 Uhr
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Wiggenhagen,
die Fraktion Bündnis90/Die Grünen möchte wissen, ob die EN-Agentur für Ferien auf dem Bauernhof im EN-Kreis wirbt und ob und wie Ennepetaler Landwirte durch die EN-Agentur beraten werden.
Des weiteren würden wir gerne in Erfahrung bringen, ob die EN-Agentur Ennepetaler Landwirte über die EU-Fördermittel zur Diversifizierung im Zusammenhang mit der Bereitstellung geeigneter Ferienwohnungen in bestehender oder neu zu errichtender Bausubstanz informiert hat.
Letztlich möchte die Fraktion Bündnis90/Die Grünen wissen ob bereits Bauanfragen oder Bauanträge für Umnutzung und Umbau bestehender Bausubstanz oder Errichtung neuer kleiner Ferienhäuser nach § 35.1 BauGB (Bauen im Außenbereich) gestellt worden sind und wie die Verwaltung sich im Fall § 36 BauGB(Stellungnahme der Gemeinde) zu diesem Thema verhalten wird
11Feb
Geschrieben von Sven Hustadt.
Zuletzt geändert: 21. April 2012 um 20:14 Uhr
Wir veröffentlichen hier eine Meldung des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR)
Münster – Trotz der eisigen Kälte und der vermeintlichen Stromknappheit wegen der angezapften Kaltreserve hat Deutschland in den vergangenen Tagen zu jeder Stunde Strom ins Ausland exportiert. Das ergab eine Auswertung von Daten der europäischen Stromnetzbetreiber, teilte das Internationale Wirtschaftsforum Regenerative Energien (IWR) in Münster mit. „In der Zeit zwischen dem 07. und dem 10.02.2012 war Deutschland jederzeit Netto-Stromexporteur“, sagte IWR-Direktor Dr. Norbert Allnoch in Münster. Frankreich war dagegen in dem untersuchten Zeitraum die gesamte Zeit über auf Stromhilfe und Importe aus seinen Nachbarländern angewiesen, so Allnoch.
Deutschland exportiert permanent Strom
Deutschland hat in dem Untersuchungszeitraum 07.-10.02.2012 zu jeder Stunde mehr Strom exportiert als importiert. Die Stromnachfrage erreichte in diesem Zeitraum in Deutschland im Mittel 49.400 Megawatt (MW). In dieser Zeit wird die Kaltreserve aktiviert, was in den Medien etliche Diskussionen über eine vermeintliche Stromknappheit in Deutschland ausgelöst hat. Der Höchstbedarf an Strom wird in Deutschland am 08.02.2012 zwischen 18 und 19 Uhr mit 57.023 MW erreicht. Selbst zu dieser Zeit mit hoher Nachfrage konnte Deutschland an seine Nachbarstaaten noch erhebliche Mengen an Strom exportieren, u.a. in die Schweiz (1.603 MW), Frankreich (761 MW), Polen (1.034 MW) und Österreich (614 MW). Insgesamt erreicht der Stromexport in dieser Höchstlaststunde per saldo rd. 2.900 MW. Das entspricht der Leistung von fast drei Kernkraftwerken. Die Gesamtleistung aller Stromerzeugungs-Kapazitäten in Deutschland beträgt auch nach der bisherigen Abschaltung von Atomkraftwerken noch rd. 160.000 MW. Wind- und Solaranlagen zusammengenommen haben in dem genannten Zeitraum jederzeit zur Stromerzeugung in Deutschland beigetragen, in der Spitze wurde Strom aus Wind und Sonne mit einer Leistung von über 11.000 MW geliefert.
Frankreich in Not: Strombedarf steigt auf über 100.000 MW
Wegen der kalten Witterung ist die Nachfrage nach Strom in Frankreich auf ein neues Rekordniveau gestiegen. In Frankreich wird vielfach mit Strom geheizt, die Häuser sind zudem oft schlecht isoliert. Der Leistungsbedarf ist in dem Untersuchungszeitraum fast doppelt so hoch wie in Deutschland. Im Zeitraum zwischen dem 07. und dem 10.02.2012 ist Frankreich auf die Stromhilfe aller seiner Nachbarländer angewiesen und muss trotz der hohen Zahl an Atomkraftwerken in jeder Stunde Strom importieren. Auch in Frankreich wurde die Höchstleistung wie in Deutschland am 08.02.2012 zwischen 18 und 19 Uhr erreicht, allerdings stieg der Leistungsbedarf in Frankreich auf über 100.000 MW. Großbritannien (1.978 MW) Belgien (2.011 MW), Deutschland (761 MW), Italien (722 MW), Schweiz (1.625 MW) mussten aushelfen und lieferten allein in dieser Stunde nach Frankreich Strom mit einer Leistung von über 7.000 MW.
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