Fukushima: Stellt japanische Regierung manipulierte Strahlen-Messgeräte auf?

Quelle: IWR

Münster – Die japanische Regierung hat möglicherweise manipulierte Strahlen-Messstationen in den von der Fukushima-Katastrophe betroffenen Regionen aufgestellt. Nach einem Bericht des ZDF heute-journals hat die Regierung am Rande der Sperrzone des Katastrophengebietes Strahlen-Messstationen aufgestellt, die zu geringe Werte anzeigen. An manchen Orten sei die tatsächliche Strahlung demnach um das Fünffache höher als in den offiziellen Stationen abzulesen. Besorgte Bürger hätten dies herausgefunden und die Regierung damit konfrontiert. Die zuständigen Behörden hätten daraufhin eingeräumt, dass die offiziellen Messungen nahezu alle fehlerhaft seien. Zudem habe dem Bericht zufolge eine Untersuchung in Japan unter 57.000 Kindern ergeben, dass bei über 40 Prozent der Kinder Schilddrüsen-Anomalien festgestellt worden seien. Ein Zusammenhang mit der Katastrophe von Fukushima sei aber nicht bestätigt worden. Vielleicht hätten die Kinder zuviel Jod und Meeresfrüchte zu sich genommen, erklärte der mit der Untersuchung betraute Arzt.

Mitte 2012 Höchstwerte gemessen

Die Strahlungswerte in und um das Katastrophengebiet hat nach dem Erdbeben und Tsunami im März 2011 teilweise Höchstwerte erreicht. So sind beim Reaktor Nummer eins des verunglückten Atomkraftwerks noch Mitte 2012 bei einer erstmaligen Messung Strahlungswerte in Rekordhöhe gemessen worden. Nach Angaben des japanischen Atomforums JAIF habe der Betreiber TEPCO mittels Endoskopie eine Strahlung von 10.300 Millisievert (10.300.000 Mikrosievert) pro Stunde und damit ein Rekordniveau festgestellt. Dieses Niveau würde den Angaben zufolge bei Menschen innerhalb von 50 Minuten zum Tode führen. Zur Einordnung: Die Arbeiter des Kraftwerks dürfen beispielsweise nur einer Strahlenbelastung von max. 250 Millisievert pro Stunde (250.000 Mikrosievert) ausgesetzt werden. In Deutschland beträgt die natürliche Strahlenbelastung im Durchschnitt 0,02 Mikrosievert pro Stunde.

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