Freier Ökostrom soll Integration erneuerbarer Energien fördern

Erneuerbare Energien 4Quelle: IWR

Freiburg – Im Rahmen einer aktuellen Analyse zum freiwilligen Ökostrommarkt vom Hamburg Institut im Auftrag des EnergieVision e.V. liegen erste Zwischenergebnisse vor. Nach den bisherigen Analysen, Dialogen und Workshops, so der Verein, der das Ökostrom-Siegel „ok-power“ vergibt, werde der freiwillige Ökostrommarkt auf gesellschaftlicher Ebene als Erfolg bewertet. Insgesamt seien die Erfolge des Ökostrommarktes nach drei Kategorien analysiert worden: nach gesellschaftlich-politischem, nach marktbezogenem und nach ökologischem Nutzen. Auf gesellschaftlicher Ebene wird der freiwillige Ökostrommarkt deshalb als Erfolg bewertet, weil er den Verbrauchern die Möglichkeit biete, ihrem Wunsch nach der Energiewende Ausdruck zu verleihen. Die Ökostromangebote organisierten die Verbrauchermacht darüber, wo und bei wem das Geld für die Stromrechnung der Kunden lande. Auch über den Markt sind laut den vorläufigen Projektergebnissen Erfolge erzielt worden: Immerhin hätten die ersten Ökostromanbieter nicht unwesentlich dazu beigetragen, dass das frühere Oligopol auf dem Strommarkt gebrochen wurde und Kunden heute ein Wahl haben, so der EnergieVision e.V.

Zusätzliche Integration von fluktuierenden erneuerbaren Energien
Bei seiner Wirkung für den weiteren Ausbau von erneuerbaren Energien verliere der freiwillige Ökostrommarkt allerdings an Einfluss. Die Förderwirkung durch das EEG sei ungleich größer. Insofern besteht laut EnergieVision seitens der Verbände und der Anbieter im freiwilligen Ökostrommarkt weitgehendes Einvernehmen über die Notwendigkeit, Ökostrom um Konzepte für Zusatznutzen weiter zu entwickeln, welche die Energiewende deutlich voran bringen und beschleunigen. Zu den diskutierten Ansätzen gehört u.a. ein Engagement zur zusätzlichen Integration von fluktuierenden Erneuerbaren Energien (FEE) in den Markt und in das Netz. Die Maßnahmen hierfür reichen von Speichern bis zum sog. Demand-Side-Management, der Nachfragesteuerung von netzgebundenen Dienstleistungen.

Veit Bürger: Neue Kriterien für Ökostrom notwendig
„Die Energiewende steht mit dem starken Ausbau von Wind- und Solaranlagen vor neuen Herausforderungen, zu denen der freiwillige Ökostrommarkt auch in Zukunft einen positiven Beitrag leisten sollte“, sagt Veit Bürger, stellvertretender Bereichsleiter Energie und Klima am Öko-Institut und Vorstand des EnergieVision e.V. Eines lasse sich aus den Zwischenergebnissen deutlich ablesen, so Bürger weiter: „Wir brauchen neue Kriterien für Ökostrom, die weiter gehen als die Förderung des Ausbaus, und wir brauchen einheitliche Kriterien, die den Stromkunden deutlich machen, was sie mit dem Bezug von Ökostrom bewirken können.“ Da das Produkt „Ökostrom“ weder geschützt noch klar definiert ist, gibt es bislang eine Vielzahl von Angeboten, die nach Ansicht von EnergieVision oftmals nicht halten, was sie versprechen.

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