E-Day: Die Elektromobilität ist nicht aufzuhalten

edayBeim E-Day, zu dem der Ortsverband der Grünen in das Industriemuseum einlud, ging es um Zukunftsthemen. Gastredner war Jörg Heynkes.

Der 5. E-Day des Ortsverbandes Bündnis 90/ Die Grünen fand erstmals im Industriemuseum statt. Nicht nur dieses war neu, auch die Thematik. Ging es bisher auf dem Milsper Marktplatz immer ums Stromsparen, hauptsächlich um Windkraft und Co., so blickten diesmal die Grünen in die Zukunft, genau auf die kommenden 260 Wochen.

Und der Mann, der die Zukunft ausmalte, war kein anderer als Jörg Heynkes aus Wuppertal. Er ist als Redner landesweit gefragt. Im Wuppertaler Quartier Arrenberg führt er, der Unternehmer, die Villa Media. Man muss wissen, Arrenberg ist unter anderem ein „Klimaquartier“, einst Problemviertel und heute ein Vorzeigequartier Wuppertals, „weil dort die Menschen vieles selbst in die Hand genommen haben“.

Gute Fahrzeuge auf dem Markt

Petra Backhoff, Mitglied der Fraktion der Grünen im Rat der Stadt, hatte, wie sie sagte, einiges über Jörg Heynkes im Radio gehört. Sie sei sofort sehr fasziniert gewesen, und so rauschte am Samstag der Referent mit einem „Stromer“ auf den Hof des Industriemuseums in Altenvoerde.

Im Saal des Museums hieß der Vorsitzende der Fraktion der Grünen im Rat der Stadt, Stefan Mayer-Stoye, rund 50 Besucher willkommen. Petra Backhoff ging auf den zu spürenden Klimawandel ein und sagte: „Wir müssen jetzt Konsequenzen ziehen“. In Ennepetal gebe es ein bürgerschaftliches Engagement und mit Blick auf das Klimaquartier Arrenberg sagte sie: „Ich behaupte, in Ennepetal können wir das auch. Wir müssen das einfach anpacken. Es muss cool sein, die Welt zu retten.“ Und Spaß machen solle es auch.

„Seit Bestehen der Menschheit gibt es Veränderungen. Sonst würden wir alle noch am Lagerfeuer sitzen“, so begann Jörg Heynkes, erzählte von Kaiser Wilhelm II., der beim Aufkommen des Automobils noch an das Pferd glaubte. „Jeden Tag gibt es Veränderungen, Innovationen. Wir merken es nur nicht“, so Heynkes. Als Steve Jobs 2007 vom I-Phone redete, hätten die Nokia-Manager gelacht. Heute sei Nokia nur noch eine Marke. So ging es mit vielen Dingen, so auch in der Fotografie. Nicht aufzuhalten sei die Elektro-Mobilität. Es seien gute Fahrzeuge auf dem Markt. Heynkes glaubt, dass die Bundesregierung durch Fehlentscheidungen und mit Rücksicht auf die Autoindustrie Innovationen verzögere. Dennoch käme es bald zum „Tipping point“.

Das bedeute: Die Nachfrage steige, die E-Autos würden noch besser und billiger. In 100 Wochen sei es wohl soweit, schon jetzt gingen die Batteriepreise nach unten und das Produkt werde jeden Tag besser. Nur politische Entscheidungen und der Ölpreis könnten den „Tipping point“ noch eine gewisse Zeit hinauszögern. „Wer kauft nach 2020 noch einen Verbrenner?“ fragte der Referent und begründete: „Nur Geschäftsreisende. So ein Auto wird einfach an Wert verlieren!“ Heynkes ging auch auf selbstfahrende Autos ein und glaubt: „Google will keine Autos verkaufen. Sie werden von den Bürgern abrufbar sein. Kostenlos, aber, Google will wichtige Daten bekommen.“ Autonomes Fahren bedeute 90 Prozent weniger Unfälle. Die Menschen würden in Zukunft in vielen Bereichen zu Benutzern und nicht zu Besitzern. „Dadurch verändern sich die Städte, werden menschenfreundlicher, grüner!“ Heynkes stellte die Möglichkeiten der 3-D-Drucker vor zum Beispiel im Hausbau, erläuterte Beispiele aus der Robotik und der „künstlichen Intelligenz“. In 260 Wochen sehe unsere Welt schon anders aus, davon ist der Wuppertaler überzeugt. „Wir zahlen aber mit unseren Dateien“, sagte er.

Nicht gegen Veränderung sperren

Heynkes Rat: „Sperren Sie sich nicht gegen Veränderungen. Gestalten Sie sie mit!“ Petra Backhoff und Stefan Mayer-Stoye dankten dem Referenten mit einem Geschenk und luden ihn zu einem weiteren Vortrag ein, über konkrete Maßnahmen vor Ort. Bürgermeisterin Imke Heymann sagte in ihrem Schlusswort zum Referenten: „Ich bin froh, dass Sie hierher gekommen sind!“ Es seien wichtige Erkenntnisse zu hören gewesen,wichtige auch für die heimische Industrie. Sie rief zur Mitarbeit an der Gestaltung Ennepetals auf.

Wer nach dem Vortrag den Hofbereich des Industriemuseums betrat, sah sie, die schicken Autos, die fahren, ohne zu lärmen, ohne Umweltschäden anzurichten. Die Entwicklung war deutlich zu sehen. Olaf Eilert, der „Grüne“ aus Voerde, war mit seinem kleinen, alternativ wirkenden Flitzer gekommen. Direkt daneben standen zur Besichtigung die Plug-In-Hybrid Modelle von BMW (Autohaus Schneider). Auch VW Heinze war mit schicken E-Autos vertreten. Die Stadtverwaltung Ennepetal und die AVU haben schon seit längerer Zeit E-Autos im Fuhrpark.

Quelle: derwesten.de

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