EEG-Prognosen: Alles auf Nummer sicher?

Quelle: IWR

Münster – Die Übertragungsnetzbetreiber (ÜNB) haben ihre Mittelfristprognose zur EEG-Umlage 2014 und zur Entwicklung der EEG-Stromerzeugung bis 2017 veröffentlicht. Demnach wird die EEG-Umlage, die im Jahr 2013 auf 5,277 ct/kWh ansteigt, im Jahr 2014 in einer Bandbreite zwischen 4,889 ct/kWh und 5,741 ct/kWh liegen. Die große Bandbreite, die von den ÜNB angegeben wird, resultiert dabei vor allem aus den unterschiedlichen Annahmen zu den Kosten aus der EEG-Vergütung, die mit der Umlage abgedeckt werden müssen. Bei den Erlösen für die Vermarktung des Stroms an der Börse, welche ebenfalls zur Deckung der Vergütungskosten herangezogen werden, geht die Prognose für beide Bandbreiten von einem durchschnittlichen Börsenpreis von 5,137 ct/kWh aus. Bei den Strommengen rechnen die ÜNB für 2014 mit rd. 66 bis 73 Mrd. kWh Windstrom und 41 bis 47 Mrd. kWh PV-Strom. Zum Vergleich: Bis gestern wurden nach Daten der EEX im Jahr 2012 rd. 38,7 Mrd. kWh Windstrom und 27,3 Mrd. kWh PV-Strom produziert.

Bis 2017 rd. 111 GW EE-Leistung – PV-Deckel wird 2015 erreicht
Bis 2017 rechnen die ÜNB zudem mit einem deutlichen Ausbau der regenerativen Leistung in Deutschland. Während bis Ende 2013 eine Gesamt-Leistung an EE-Anlagen von rd. 81 GW erwartet wird, sind es bis 2017 bereits 111 GW. Dabei rechnen die Netzbetreiber offenbar mit einem weiterhin hohen Zubau bei der Photovoltaik. Laut der Prognose wird die installierte PV-Leistung bis Ende 2015 bei 53,8 GW liegen, womit der EEG-Deckel bereits drei Jahre nach der Einführung erreicht würde. Bis 2017 sollen dann nur noch 500 MW im Jahr hinzukommen. Der Offshore-Zubau kommt dagegen erst später in Fahrt, bis Ende 2013 wird mit einer installierten Leistung von rd. 900 MW gerechnet, bis Ende 2017 soll die Kapazität dann auf rd. 7.800 MW steigen. Die EEG-Stromerzeugung wird den Prognosen zufolge im Jahr 2013 bei 134 Mrd. kWh liegen und bis 2017 über die Marke von 200 Mrd. kWh steigen. Die EEG-Vergütungsausgaben steigen der Prognose zufolge von geschätzten 18,5 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 25,4 Mrd. Euro im Jahr 2017.

Umlage 2013: Lieber auf Nummer sicher
Die große Bandbreite für die EEG-Umlage 2014 zeigt die Unsicherheit, mit der die Netzbetreiber ihre Prognose stellen. Offenbar ist möglichst breite Absicherung das Ziel, die tatsächliche Umlage wird dann schon innerhalb dieses Korridors liegen. Selbst wenn die EEG-Umlage 2014 im Bereich der oberen Bandbreite von 5,741 ct/kWh liegt, fällt die Steigerung, die im nächsten Herbst verkündet wird im Vergleich zu diesem Jahr (3,569 ct/kWh auf 5,277 ct/kWh) nicht so deutlich aus, was die Gemüter im nächsten Jahr etwas beruhigen dürfte. Dennoch birgt die Prognose auch Risiken: So rechnen die Netzbetreiber für die Erlöse aus dem Verkauf des EEG-Stroms mit einem durchschnittlichen Strompreis am Spotmarkt von 5,137 ct/kWh. Im Jahr 2012 liegt dieser Preis bisher im Schnitt bei 4,32 ct/kWh. Angesichts der selbst prognostizierten Steigerung bei den EEG-Strommengen und dem preissenkenden Effekt von Wind- und Solarstrom an der Börse ist diese Annahme zumindest fragwürdig. Rutscht das Konto im nächsten Jahr wieder ins Minus, könnte dies wieder umlagesteigernd wirken.

Was erhöht eigentlich die Kosten für die EEG-Vergütung?
Die Mittelfristprognose der ÜNBs besagt, dass die EEG-Vergütungsausgaben von geschätzten 18,5 Mrd. Euro im Jahr 2013 auf 25,4 Mrd. Euro im Jahr 2017 steigen. Die Reaktion, die in den letzten Monaten in den Medien und aus der Politik zu vernehmen war, bestand in dem Ruf nach einer Eindämmung des Solarzubaus. Betrachtet man jedoch die Prognose der Ausgabenentwicklung, so sollen in dem Zeitraum von 2013 bis 2015 (wenn der PV-Deckel erreicht wird) nur rd. 920 Mio. Euro an zusätzlichen Vergütungsausgaben für die Solarstromerzeugung hinzukommen. Dank dem Deckel fallen weitere Steigerungen in der Folge so gut wie nicht an. Im Vergleich dazu steigen allerdings die Ausgaben für die Windenergie-Vergütung an. Bei der Onshore-Windenergie wird ein Anstieg von 3,1 Mrd. Euro (2013) auf 4,35 (2017) erwartet, bei der Offshore-Windenergie von 340 Mio. Euro (2013) auf 4,2 Mrd. Euro (2017). Für den Windstrom wird zu einem großen Teil eine Vermarktung über das Instrument der Marktprämie erwartet. So stellt sich die Frage, ob tatsächlich der Zubau oder eher der Vermarktungsrahmen der Treiber für die EEG-Kosten ist. Allerdings wird das später auch einfacher, da ab 2020 die Phase beginnt, in der die ersten großen EEG-Kapazitäten ihre 20-jährige Vergütung erhalten haben und aus der Umlage rausfallen.

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