Doha: Frankreich will neues Kyoto-Protokoll, UK setzt auf Klima-Abkommen in 2015

Quelle: IWR

Münster – Zum Start der diesjährigen UN-Klimakonferenz in Doha, Katar beziehen die Staaten ihre Positionen und stecken ihre Ziele für den Gipfel ab. Der weltgrößte CO2-Emittent China hatte gegenüber Medien verlauten lassen, dass man keine festen Obergrenzen akzeptieren wolle, sondern lediglich zu freiwilligen Selbstverpflichtungen bereit sei. Gleichzeitig setzen viele Verhandlungsführer Hoffnungen in die USA, da Präsident Obama im Januar in seine zweite Amtszeit geht und Beobachter davon ausgehen, dass das Thema Klimaschutz ein Hauptbestandteil seiner Politik werden könnte. Auch Bundesumweltminister Altmaier fordert von den USA eine stärkere Führungsrolle, allerdings teilte der amerikanische Chefunterhändler Pershing in der Washington Post mit, dass die USA zu keinen neuen Verpflichtungen bereit seien. Derzeit verfolgt das Land das Ziel, die Emissionen bis 2020 um 17 Prozent unter das Niveau von 2005 zu senken. Auch Großbritannien und Frankreich haben ihre Positionen und Ziele für die kommende Verhandlungsrunde nun veröffentlicht.

Frankreich will Weiterführung des Kyoto-Protokolls
Die Doha-Konferenz soll aus Sicht von Frankreich zur konkreten Einrichtung einer zweiten Verpflichtungsperiode des Kyoto-Protokolls von 2013 bis 2020 führen. Die Franzosen wollen besonders die Umsetzung der kurzfristigen Ziele unterstützen, um die Voraussetzungen für eine verbindliche Vereinbarung in 2015 zu schaffen. Ziel ist dabei die Einhaltung des 2°C-Obergrenzenziels. Die Ergebnisse von Cancún und Durban sollen aus französischer Sicht in Doha weiterhin praktisch umgesetzt werden. Deshalb will das Land den Aufbau von kurz- sowie mittelfristigen Klimafinanzierungmitteln wie z.B. im Grünen Klimafonds in Katar fördern. Im Rahmen der Konferenz will Frankreich zudem mittelfristige Emissionsreduzierungsziele von 40% bis 2030 und 60% in 2040 für Europa.

Großbritannien setzt auf Abkommen 2015
Aus Sicht des britischen Klimaministers Edward Davey ist eine globale Anstrengung notwendig, um die Klimaziele der Staatengemeinschaft noch zu erreichen. So hätten bereits mehrere Industrie- und Entwicklungsländer bereits Klimaverpflichtungen bis 2020 beschlossen. Das Ziel sei es, dass in Doha und danach noch mehr Staaten konkrete Ziele beschließen. Zudem soll die EU mit einem Emissionsminderungsziel von 30 Prozent im Vergleich zu 1990 vorangehen. Allerdings setzen auch die Briten auf das global bindende Abkommen im Jahr 2015, dem dann alle Staaten zustimmen sollen. Dieses solle in Doha ebenfalls weiter vorbereitet werden.

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