Deutschland: Erneuerbare decken zwölf Prozent des Energiebedarfs

Quelle: IWR

Berlin/Köln – Der Energieverbrauch in Deutschland stagniert, wobei der Anteil der erneuerbaren Energien zur Deckung des Bedarfs auf zwölf Prozent angestiegen ist. In den ersten neun Monaten des laufenden Jahres lag der Gesamt-Verbrauch an Primärenergien mit insgesamt 9.905 Petajoule (PJ) oder 338,0 Mio. Tonnen Steinkohleneinheiten (t SKE) nur marginal über dem Wert des Vorjahreszeitraumes (2011: 9.808 PJ bzw. 334,6 Mio. t SKE). Wie die Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen (AG Energiebilanzen) auf Basis vorläufiger Berechnungen ermittelt hat, wurden die verbrauchssteigernden Effekte der kühleren Witterung, des leichten Wirtschaftswachstums sowie des diesjährigen Schalttages offenbar durch verbrauchsdämpfende Faktoren wie Energieeffizienzsteigerungen und die statistischen Effekte des Kernenergieausstiegs weitgehend ausgeglichen. Die von AG Energiebilanzen auf Basis des Verbrauchs der ersten neun Monate erstellte Jahresprognose geht davon aus, dass der Energieverbrauch in Deutschland 2012 gegenüber 2011 weitgehend unverändert bleiben wird. Nur ein starker und andauernder Kälteeinbruch könnte noch zu einer stark abweichenden Entwicklung führen.

Erneuerbare decken zwölf Prozent des Energieverbrauchs
Die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhte sich insgesamt um über neun Prozent. Die Windkraft konnte in den ersten neun Monaten um sieben Prozent zulegen. Bei der Wasserkraft (ohne Pumpspeicher) gab es einen Zuwachs um 16 Prozent. Die Fotovoltaik setzte ihren Aufwärtstrend dynamisch fort und legte mit etwas mehr als 50 Prozent besonders stark zu. Insgesamt deckten die erneuerbaren Energien in den ersten neun Monaten mehr als zwölf Prozent des gesamten inländischen Energieverbrauchs (Vorjahr: 10,5 Prozent). Der Verbrauch von Steinkohle erhöhte sich um über drei Prozent. Während der Einsatz in Kraftwerken zur Strom- und Wärmeerzeugung aufgrund der in den letzten Monaten erhöhten Auslastung um nahezu sechs Prozent anstieg, verminderten sich die Lieferungen an die Stahlindustrie um gut drei Prozent. Der Verbrauch an Braunkohle stieg im Zuge der Inbetriebnahme von drei neuen Kraftwerksblöcken um knapp sechs Prozent. Bis zum Jahresende werden mehrere Altanlagen vom Netz gehen, so dass der Einsatz zur Stromerzeugung wieder sinken wird.

Stärkster Rückgang bei der Kernenergie

Die Kernenergie verringerte ihren Beitrag zur Energiebilanz im Zuge des Ausstiegsbeschlusses um knapp 13 Prozent. Der Erdgasverbrauch verminderte sich um knapp zwei Prozent. Vorrangigen Einfluss auf diese Entwicklung hatte der rückläufige Erdgaseinsatz zur Strom- und Wärmeerzeugung in Kraftwerken. Der Mineralölverbrauch lag in den ersten neun Monaten knapp ein Prozent unter dem Wert des Vorjahres und setzte damit seine rückläufige Entwicklung fort. Zuwächse verzeichneten der Verbrauch von Diesel und Flugkraftstoffen. Beim Ottokraftstoff kam es erneut zu Rückgängen. Eine gegenläufige Tendenz gab es auch beim Heizöl: Während der Verbrauch an schwerem Heizöl um elf Prozent anstieg, verharrte der Absatz von leichtem Heizöl auf dem Niveau des Vorjahres.

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