Antrag: Einstieg in die Nutzung von erdgasbetriebenen Brennstoffzellen Blockheizkraftwerken in öffentlichen Gebäuden

brennstoffzelleSehr geehrter Herr Bürgermeister Wiggenhagen,

die Fraktion Bündnis 90/ Die Grünen beantragt hiermit, dass nach dem Gebäudekonzept, die Pilotanlage eines erdgasbetriebenen „Brennstoffzellen Blockheizkraftwerkes“ in einem öffentlichen Gebäude installiert wird.

Ziel ist es, dass die Stadtverwaltung bzw. die Stadtbetriebe Erfahrungen mit dieser neuen Technologie sammeln. Vergleichbar mit dem „LED-Pilot-Projekt“ am RGE, welches dazu führte, dass mittelfristig öffentliche Gebäude sukzessive mit LED-Beleuchtung ausgestattet werden.

Begründung:

Es wird für Kommunen immer wichtiger, sich mit dem ressourcenschonendem Umgang von Energie auseinanderzusetzen. Dieses gilt nicht nur im Hinblick auf das Reduzieren von klimaschädlichem CO2-Ausstoß, sondern auch auf das langfristige Senken der Energiekosten.

Für Kommunen wird es in Zukunft immer schwieriger, bei sinkenden Einnahmen und gleichzeitig ansteigen der Ausgaben, mit den gegebenen Haushaltsmitteln auszukommen.

Daher ist es aus unserer Sicht wichtig, sich frühzeitig mit dem Einsparen von Energien zu beschäftigen. Dies ist ein möglicher Posten, Einsparungen zu erzielen, ohne die Lebensqualität in einer Kommune signifikant zu beeinträchtigen.

Ein Weg dabei ist möglicherweise der Einsatz von hocheffizienten, erdgasbetriebenen „Brennstoffzellen Blockheizkraftwerken“ in öffentlichen Gebäuden.

Der Brennstoffzelle wird seit langem von der Forschung eine bedeutende Zukunft vorausgesagt. Die Vorräte an fossilen Energieträgern sind endlich. In den nächsten Jahrzehnten wird es nach und nach zu einer Umstellung auf künstliches Methan bzw.  Wasserstoff kommen müssen. Besonders interessant ist die Nutzung von Brennstoffzellen in Kraft-Wärme-Kopplungsanlagen zur dezentralen Energieerzeugung.

Direkte Stromerzeugung ohne Umwandlung

Während konventionelle Blockheizkraftwerke elektrische Energie und Wärme nur indirekt durch die Verbrennung von fossilen oder regenerativen Energieträgern erzeugen, lässt sich mit einer Brennstoffzelle Strom auf direktem Wege erzeugen. Der sonst notwendige Generator ist unnötig. Eine Brennstoffzelle wirkt elektrochemisch und wandelt die gebundene Energie des Trägerstoffs direkt in elektrische Energie um. Die dabei entstehende Wärme wird über einen Wärmetauscher abgeführt.

Zwei Systeme im Vergleich

Für Brennstoffzellen in Blockheizkraftwerken befinden sich derzeit zwei verschiedene Systeme in auf dem Markt, zum einen PEM-Brennstoffzellen und zum anderen SOFC-Brennstoffzellen. PEM steht für „Proton Exchange Membran“. Diese Zellen arbeiten in einem Temperaturbereich zwischen 60 °C und 90 °C und können nicht direkt mit Erdgas betrieben werden. Sie benötigen zunächst einen vorgeschalteten Reformer, der das Erdgas entsprechend umwandelt. Im Gegensatz dazu benötigen SOFC-Brennstoffzellen (Solid Oxide Fuel Cell) eine Arbeitstemperatur von 700 °C bis 800 °C. Das Erdgas kann in diesen Zellen direkt umgewandelt werden, externe Reformer werden nicht benötigt.

Die Effizienz dieser Anlagen liegt bei thermischer und elektrischer Leistung bei ca. 85%.

Durch die hohe Effizienz der SOFC-Brennstoffzelle wird der Strom gegenüber den gegenwärtigen Marktpreisen preiswerter produziert. Daneben erhalten die Betreiber staatliche Förderungen. Darüber hinaus kann die Abwärme der SOFC-Brennstoffzellen zur Erzeugung von Warmwasser genutzt werden.

SOFC-Brennstoffzellen werden typischerweise von kleineren Unternehmen, oder öffentlichen Einrichtungen genutzt, die ihren Strombedarf komplett oder zu Teilen durch SOFC-Brennstoffzellen decken und damit erhebliche Einsparungen erzielen.

Erdgasbetriebene Brennstoffzellen Blockheizkraftwerke haben eine durchschnittliche Leistung von :

Strom :1,5 kW macht ca. 12.000 kW/h im Jahr

Wärme: 0.6 KW macht ca. 4.800 kW/h im Jahr

Daher eignet sich ein Erdgasbetriebenes Brennstoffzellen Blockheizkraftwerk sehr gut zum Abdecken der Grundlast im Bereich Strom und Wärme.

Welche öffentlichen Gebäude sich für den Einsatz eines Brennstoffzellen BHKW eignen könnten.

Nähere Informationen siehe Anlage 1

Förderprogramme gibt es bei der Energie-Agentur-NRW und dem Bundesministerium für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (KWK-Gesetz, BafA (EEG bei Verwendung von Bioerdgas), progres. NRW.

Nähere Informationen siehe Anlage 2

 

 

Deutsche Börsen-Strompreise im August im Tiefflug

Strompreis-faelltQuelle: IWR

Leipzig / Paris – Die Börsenstrompreise in Deutschland sind im August 2014 im Vergleich zum Vormonat deutlich gesunken. Auch in den europäischen Nachbarländern fallen die Preise teilweise kräftig. Und das, obwohl eine ganze Reihe von Atomkraftwerken in Europa aus verschiedenen Gründen keinen Strom geliefert haben.

Nachdem die Preise für Strom an der Börse im Juli 2014 moderat angestiegen sind, befinden sie sich im August im Tiefflug. Der durchschnittliche Preis für deutschen Grundlaststrom am Spotmarkt liegt im August bei 2,79 Cent je Kilowattstunde (kWh) und somit deutlich unter der 3-Cent-Grenze. Obwohl in einer Reihe von europäischen Ländern wie Belgien, Schweiz, Großbritannien im August Atomkraftwerke ausgefallen sind, hat diese Angebotsverknappung nicht zu einer Verteuerung der Strompreise geführt.

Strompreise sinken gegenüber dem Juli kräftig

Am Spotmarkt der Epex Spot in Paris beläuft sich der mittlere Preis für Grundlaststrom in Deutschland im Day-ahead-Handel im August 2014 auf 2,79 Cent/kWh (Juli: 2014: 3,19 Cent/kWh) und ost damit gegenüber dem Vormonat deutlich gesunken. Im August ergibt sich somit im Vergleich zum Juli eine Preissenkung um rd. 12,5 Prozent. Beim Spitzenlaststrom fällt die Preissteigerung im August mit 14,7 Prozent auf 2,91 Cent/kWh noch etwas deutlicher aus (Juli 2014: 3,41 Cent/kWh).

Spotmarkt-Preise sinken im Vergleich zum Vorjahr enorm
Wenn man die aktuellen Preise für Grundlaststrom mit denen aus dem August des Vorjahres vergleicht, zeigt sich ein Rückgang um rd. 27 Prozent (August 2013: 3,82 ct/kWh). Beim Spitzenlaststrom (Stromlieferung für die Zeit von 8:00 bis 20:00 Uhr) erreicht der mittlere Preis im August 2014 einen Wert von 2,91 Cent/kWh. Verglichen mit dem Preis im August 2013 ergibt sich so ein Rückgang um satte 30,4 Prozent (August 2013: 4,18 Cent/kWh). Die Berechnungsmethode der Epex Spot, bei der die Preise der Wochenendtage für die Kalkulation unberücksichtigt bleiben, liefert für den August 2014 einen mittleren Wert von 3,5 Cent/kWh (August 2013: 4,76 Cent/kWh).

Strompreise in Frankreich fallen in den Keller

Auch auf den Nachbarmärkten Schweiz und Frankreich fallen die Börsen-Strompreise im August 2014. Besonders deutlich verbilligt sich der Strompreis in Frankreich. Dort weisen die Daten im August einen Preis für Grundlaststrom von 2,28 Cent/kWh aus. Gegenüber dem Vormonat entspricht dies einem Rückgang um rd. 10,6 Prozent. Der mittlere Preis für Grundlaststrom in der Schweiz liegt für August 2014 bei 2,82 Cent/kWh. Französischer Strom bleibt damit weiterhin der günstigste Strom an der Epex Spot. Dass AKWs in Belgien, Schweiz und Großbritannien im August teilweise nicht liefen, hat den Strompreis dabei nicht nach oben getrieben. In Großbritannien waren bis zu fünf Atomenergie-Anlagen wegen Wartungsarbeiten und Defekten nicht am Netz (Wylfa, 2 Blöcke in Heysham, 2 Blöcke in Hartlepool). In der Schweiz waren drei von fünf AKWs (Mühleberg, Leibstadt, Beznau) u.a. wegen Brennelementewechsel zeitweise nicht produktiv und in Belgien ist zwischenzeitlich die Hälfte der Atomstrom-Kapazitäten (Doel 4 und 4, Tihange 2) des Landes wegen Reaktorproblemen ausgefallen.

Terminmarkt: Lieferjahr 2020 wieder teurer

Für Stromlieferungen in der Zukunft liegen die Strompreise der EEX weiterhin deutlich unterhalb von vier Cent/kWh. Der mittlere Terminmarktpreis für Grundlaststrom zur Lieferung im Jahr 2015 liegt im August 2014 mit rd. 3,56 Cent/kWh und damit rd. zwei Prozent über dem Niveau des Vormonats (Juli 2014: 3,49 Cent/kWh). Am günstigsten wird derzeit das Lieferjahr 2018 gehandelt. Marktteilnehmer können sich aktuell für 3,32 Cent/kWh mit Strom für dieses Kalenderjahr eindecken (Abrechnungspreis vom 01.09.2014). Etwas teurer ist momentan das Lieferjahr 2017 (3,34 Cent/kWh). Auch die Preise für die in der Zukunft liegenden Lieferperioden bewegen sich über dem Niveau des Lieferjahres 2018. Mit 3,59 Cent/kWh ist Grundlast-Strom zur Lieferung im Jahr 2015 am teuersten, während Strom für das Lieferjahr 2020 für 3,61 Cent/kWh zu bekommen ist.

Termin- und Spomarkt an der Strombörse
Am Spotmarkt der Strombörse werden kurzfristige Stromkontingente gehandelt (selbiger Tag = Intraday oder für den nächsten Tag = day-ahead). Am Terminmarkt werden dagegen längerfristige Stromeinkäufe getätigt. Stromhändler und Großabnehmer können dort Strom zur Lieferung in den nächsten Jahren einkaufen.

Anfrage/Anregung: Instalation einer Klein-Windkraftanlage auf dem Dach des RGE / Ausbau von „Klein-Windkraftanlagen“ auf städtischen Gebäuden

KleinstwindkraftanlageSehr geehrter Herr Bürgermeister Wiggenhagen,

die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen nimmt Bezug auf unseren Antrag vom 30.4.2012 „Ausbau von Klein-Windkraftanlagen auf städtischen Gebäuden“ (dieser wurde am 14.11.2012 behandelt).

Hiermit fragen wir an, ob nun konkret auf städtischen Gebäuden die Installation von Klein-Windkraftanlagen geplant ist? Vorstellbar wäre aus unserer Sicht eine Pilotanlage auf dem Dach des Reichenbach Gymnasiums, da die topografische Lage dies an diesem Standort begünstigt. Zudem hat die Schule mit einem Projekt am Wettbewerb „Schulen machen Wind“ erfolgreich teilgenommen und im Frühjahr eine Auszeichnung des Umweltministers des Landes NRW erhalten.

KleinstwindkraftanlageDie Schüler des RGE könnten an einer solchen Pilotanlage Langzeitprojekte durchführen. Die Ennepetaler Stadtbetriebe hätten außerdem die Möglichkeit, an einer solchen Anlage Erfahrungen mit dieser Technologie zu sammeln.

Wir regen außerdem an, an folgenden öffentlichen Gebäuden Windmesser/ Windtracker  zu installieren: Feuerwache Oberbauer / Feuerwache Rüggeberg / Feuerwache Külchen/Königsfeld.

Mit diesen Windmessern/Windtrackern würden Daten gesammelt, die Auskunft dazu geben würden, ob sich die topografischen Lagen für eine spätere Installation von Klein-Windkraftanlagen eignen.