Bundesregierung plant Pro-Fracking-Gesetz. BUND: Risiken inakzeptabel

Fracking stoppen! Die Risiken für unser Grund- und Trinkwasser sind viel zu hoch.

Fracking stoppen! Die Risiken für unser Grund- und Trinkwasser sind viel zu hoch.

Quelle: BUND

Berlin: Für den Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) sind die Pläne der Bundesregierung, die riskante Gasfördermethode Fracking in großen Tiefen noch in diesem Jahr erlauben zu wollen, “ein klarer Fall von vorauseilendem Gehorsam gegenüber internationalen Energiekonzernen“. Diese wollten spätestens mit dem transatlantischen Handelsabkommen TTIP die Schiefergasförderung in Deutschland durchsetzen, sagte die BUND-Energieexpertin Ann-Kathrin Schneider. Sie warf der Bundesregierung vor, die inakzeptablen Risiken des Einsatzes hochgiftiger Chemikalien beim Fracking zu unterschätzen. Das ergebe sich aus der heute bekannt gewordenen Antwort der Bundesregierung auf eine Kleine Anfrage der Grünen.

“Fracking gefährdet die Grund- und Trinkwasservorkommen in Deutschland. Fracking gefährdet die Gesundheit der Bevölkerung und Fracking ist lediglich eine weitere Methode, um das System der fossilen Energieerzeugung am Laufen zu halten“, sagte Schneider. “Die vielen mit Fracking verbundenen Risiken lassen sich nur vermeiden, wenn die Bundesregierung diese Gasfördermethode in jeder Variante verbietet”, so Schneider.

Erforderlich sei stattdessen ein schnellerer Ausstieg aus den Energieträgern Atomkraft, Kohle, Öl und Gas und ein konsequenter Umstieg auf erneuerbare Energien. “Fracking schadet dem Klimaschutz. Die Bundesregierung weiß, dass Deutschland seine anvisierten Klimaziele nur erreichen kann, wenn es sich konsequenter als bisher von fossilen Energiequellen verabschiedet und die Energieverschwendung eindämmt“, sagte Schneider.

Gegen Fracking spreche auch, dass hierzulande mit dieser Methode förderbares Gas nur einen Bruchteil des Verbrauchs in Deutschland decken könne. “Es ist der falsche Weg, viele hundert Millionen Euro in eine Technologie zu investieren, die lediglich einen kurzen Zeitraum überbrückt und den Ausstieg aus fossilen Energien verzögert“, sagte Schneider.

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McKinsey: Deutschland verpasst 9 von 15 Energiewende-Zielen

Luftverschmutzung - Zeit zu handeln!Quelle: IWR

Düsseldorf– Die Energiewende in Deutschland gilt als Mammutprojekt und könnte bei Gelingen auch die Blaupause für andere Länder werden. Doch laut einer aktuellen McKinsey-Studie sind neun von 15 Regierungszielen im Zusammenhang mit der Energiewende bis zum Jahr 2020 nicht erreichbar.

Zu den Zielen, die Deutschland aus Sicht des Beratungsunternehmens nicht erreichen wird, zählt u.a. auch das CO2-Minderungsziel von minus 40 Prozent bis 2020. Der „Energiewende-Index“ von McKinsey zeigt anhand quantifizierbarer Indikatoren das klimapolitische Scheitern der Bundesregierung. Neben dem Verfehlen des CO2-Ziels reichen auch die bislang erreichten Energie-Einsparungen nicht aus, so die Berater.

Mehr Arbeitsplätze in der EE-Branche
Die Studie hat ein Team rund um den Energieexperten Thomas Vahlenkamp erstellt. Bereits seit zwei Jahren misst McKinsey akribisch nach, was von der Politik an Energiewendezielen zahlenmäßig vorgegeben wurde. Die aktuellen Daten des Energiewende-Index, kurz EWI, zeigen nun eine erschreckende Bilanz, denn nur sechs der 15 untersuchten Indikatoren sind bis zum Jahr 2020 aus Sicht der Autoren noch realistisch.

Immerhin bleiben der Ausbau der Photovoltaik sowie die Eingrenzung des jährlichen Stromausfalls (in Minuten) im Rahmen der Zielsetzung der Merkel-Regierung. Als weiteren positiven Effekt konnte der Ausbau von Arbeitsplätzen sowohl in erneuerbaren Energien als auch in stromintensiven Industrien realisiert werden, so die McKinsey Studie.

Neun von 15 Zielen unerreichbar
Trotz des erheblichen Ausbaus der erneuerbaren Energien zeigt der EWI deutlich die Schwächen und den Rückstand in Sachen Klimaschutz auf. Die zentralen Ziele der Energiewende bis zum Jahr 2020 liegen weit unter dem veranschlagten Ausbaukorridor der deutschen Regierung. Beispielsweise soll der CO2-Ausstoß im Vergleich zum Basisjahr 1990 um 40 Prozent sinken. Seit 2000 gingen die Emissionen in Deutschland jährlich lediglich um 0,7 Prozent zurück. Dementsprechend müsste sich der Faktor um fünf erhöhen, damit das Ziel erreichbar wäre. „Ambitionierte Ziele sind notwendig, damit die Energiewende gelingt. Sie müssen aber regelmäßiger überprüft und angepasst werden“, sagt McKinsey-Direktor Thomas Vahlenkamp, der auch den Index entwickelt hat.

Auch die Reduktion des Gesamtverbrauchs von Energieträgern wie Kohle und Öl ist weit entfernt vom ursprünglich angestrebten Ziel der Bundesregierung. Vahlenkamp zufolge sei der Grund dafür die unzureichende Realisierung von bestehenden Energieeffizienzpotenzialen. Würde man ein Wirtschaftswachstum von 1,6 Prozent p.a. bis 2020 zugrunde legen, müsste sich die Energieproduktivität in Deutschland von derzeit durchschnittlich 1,4 auf 4,3 Prozent jährlich verbessern, um das 2020-er Ziel zu erreichen.

Vahlenkamp fordert Bundesregierung zu mehr Monitoring auf

Nach Ansicht von Vahlenkamp sollte das Ergebnis des EWI Anstoß für die Politik sein, nach wie vor ambitionierte, aber deutlich realistischere Ziele vorzugeben. Zugleich müsste regelmäßig die Soll-Ist-Abweichung analysiert werden, um dadurch Fehlsteuerungen vermeiden zu können. Erforderlich seien ein kontinuierliches Monitoring des Umsetzungserfolgs und eine zeitnahe entsprechende Anpassung politischer Ziele und Maßnahmen. In der Vergangenheit seien diese oftmals erst sehr spät angepasst worden, wie etwa im Fall der EEG-Vergütungssätze für Solar-PV-Anlagen in Deutschland.

 

Wie lange kommt Deutschland ohne Russland-Gas aus?

energiewende vs erdgas

Quelle: Westfälische Rundschau

Quelle: IWR

Köln – Die aktuellsten Nachrichten zum Konflikt zwischen Russland und der Ukraine sorgen für ein wenig Entspannung: Möglicherweise könnte es vorerst zu einer Waffernruhe in der Ost-Ukraine kommen. Ungeachtet dessen machen sich viele Europäer auch Sorgen über die zukünftige Versorgungslage mit russischem. Das Energiewirtschaftliches Institut der Uni Köln (EWI) hat die Folgen für Deutschland genauer analysiert.

In Deutschland könnte es demnach im schlimmsten Fall schon nach drei Monaten zu Lieferengpässen kommen. Abhängig sei die Versorgungssituation im Fall der Fälle insbesondere von der Verfügbarkeit von Flüssiggas, so die EWI-Experten. Deutschland ist der größte Importeur von russischem Gas in Europa und deckt seinen Bedarf zu fast 39 Prozent damit.

Deutschland könnte fünf Monate durchhalten
Ein Stopp russischer Erdgaslieferungen nach Westeuropa ab November würde nach spätestens sechs Monaten zu erheblichen Versorgungsstörungen in Deutschland führen, heißt es in der Studie des EWI. Um den Ausfall russischer Lieferungen innerhalb dieses Zeitraums kompensieren zu können, müsste in Europa allerdings erheblich mehr Flüssiggas als im Jahr 2013 importiert werden. Und die deutschen Gasspeicher dürften nur zu 85 Prozent wieder aufgefüllt werden. Das würde allerdings die Versorgungssicherheit im darauffolgenden Winter verringern. “Trotz seiner großen Gasspeicherkapazitäten und seiner geographischen Nähe zu den großen Gasproduzenten Niederlande und Norwegen wäre Deutschland von einem lang andauernden Gaslieferembargo durch Russland im Zuge der Ukrainekrise stark betroffen“, hob Studienleiter Harald Hecking ein zentrales Ergebnis der Untersuchung hervor.

Niederlande und Norwegen als Gaslieferanten gebunden
In der Studie untersucht das Kölner Institut die Auswirkungen von Embargos verschiedener Dauer. Bei einem Lieferstopp von sechs Monaten würden in Deutschland rund drei Milliarden Kubikmeter Gas fehlen, bei einem Embargo, das länger als neun Monate dauert, wären es schon zwölf Milliarden Kubikmeter. Die Autoren der Studie führen die Folgen eines längeren Embargos für Deutschland vor allem auf drei Gründe zurück: Deutschland sei der größte Importeur von russischem Gas in Europa. Zum zweiten hätten die Niederlande und Norwegen einen wesentlichen Teil ihrer Gasproduktion über langfristige Verträge an Länder wie Frankreich und Italien verkauft und hätten also nur begrenzte Kapazitäten für zusätzliche Lieferungen nach Deutschland frei. Drittens verfüge Deutschland zwar über große Kapazitäten an Gasspeichern, je länger das Embargo aber anhalte, umso weniger nützten die Speicher.

Versorgungssituation stark von Flüssiggas-Beschaffung abhängig
Entscheidend für die Versorgungssituation sei die Menge an Flüssiggas (LNG), die auf dem Weltmarkt bezogen werden könne: Um die Gasversorgung in Deutschland während eines Embargos von fünf Monaten Dauer zu sichern, müsste Europa seine Flüssiggasimporte gegenüber 2013 nahezu verdoppeln und zusätzliche 45 Milliarden Kubikmeter beschaffen. Werden nur zusätzliche 25 Milliarden Kubikmeter importiert, drohen bereits bei einem dreimonatigen Gas-Embargo Lieferengpässe in Deutschland. Zusätzliches Flüssiggas bekäme Deutschland aber nur zu deutlich höheren Preisen, da Deutschland und Europa hier im globalen Wettbewerb mit anderen Nachfragern, z.B. Japan, stehen.

Milliarden-Einbußen für Gazprom
Die Studie weist auch zudem daraufhin, dass die Abhängigkeit nicht einseitig ist. Ein russisches Gasembargo wäre auch für den russischen Export-Monopolisten Gazprom nicht umsonst. Nach Schätzungen des EWI würden jeder Monat des Embargos in Russland zu Einnahmeausfällen von 4 bis 4,5 Mrd. Euro führen, was etwa 3,5 Prozent des Jahresumsatzes von Gazprom entspräche.

Grüne begrüßen den massiven Ausbau von LED-Beleuchtung

Mit großer Freude lesen wir Grünen  in der Zeitung das unser Antrag vom 13. Mai 2013  “Weiterer Ausbau der LED-Straßen-beleuchtung” umgesetzt worden ist.

Und das die letzten verbliebenen hochgiftigen Quecksilber Dampflampen gegen hochmoderne  LED Lampen ausgetauscht worden sind.

Wir Grünen machen uns seit Jahren für den Ausbau der LED-Technik in Ennepetal stark. Nicht nur für den Einsatz von LED-Technik in der Straßenbeleuchtung sondern auch in öffentlichen Gebäuden.

Zu Anfang mussten die Stadtbetriebe noch überzeugt werden, aber jetzt wird in Ennepetal sukzessive mit dem Ausbau von LED in allen Bereichen begonnen.

Einziger Wermutstropfen ist das in dem Pressebericht unsere Bemühungen mit keinem Wort erwähnt worden sind, das hohlen wir hier gerne nach.

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Forscher wollen CO2 vom Klimakiller zum Wertstoff machen

Quelle: IWR

co2-statuskonferenzRostock – Die Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid steigen weltweit immer weiter an und beschleunigen so den Klimawandel. Forscher aus Rostock haben nun ein Projekt gestartet, in dem das Klimagas CO2 als Wertstoff für einen chemischen Energiespeicher genutzt werden soll.

Das Projekt “Chemische Energiespeicher zur dezentralen Energieversorgung” ist ein neues Verbundvorhaben, das vom Wirtschaftsministerium in Mecklenburg-Vorpommern aus Mitteln des Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) gefördert wird. Das Gesamtvolumen des Projektes, an dem Forscher des Leibniz-Instituts für Katalyse zusammen mit der Exytron GmbH arbeiten, beträgt 2,4 Millionen Euro.

CO2 und Wasserstoff zu synthetischem Methan umwandeln

Vor dem Hintergrund weltweit knapper werdender Rohstoffe und herkömmlicher Energiequellen sei die Anwendung optimierter, energieeffizienter Produktionsprozesse und innovativer Verfahren eine Grundvoraussetzung, um die Versorgung mit Energie abzusichern, erklären die Forscher. Das neue Projekt befasst sich daher mit der Entwicklung eines dezentralen und vielseitig einsetzbaren Energieversorgungssystems. Dazu soll ein neuartiger chemischer Energiespeicher, der in einer zentralen Einheit ein Gemisch aus Kohlendioxid und Wasserstoff unter Zuhilfenahme eines Katalysators in Methan umwandelt, entwickelt werden. (Die Wissenschaftler sprechen von synthetischem Erdgas)

Umwandlung durch Sonnen- oder Windenergie
Der Energiespeicher soll völlig unabhängig und beispielsweise in Ein- oder Mehrfamilienhäusern oder im maritimen Bereich zur Eigenversorgung nutzbar sein. Geplant ist eine elektrische Anschlussleistung von fünf bis zu etwa 500 Kilowatt (kW). Das Energieversorgungssystem basiert auf der Wasserstofferzeugung in einer Elektrolysezelle unter Nutzung von Elektroenergie aus Wind- oder Sonnenkraft. Der erzeugte Wasserstoff wird mit Kohlendioxid in einem katalytischen Prozess weiter zu Methan und Wasser umgesetzt. Ein perfekter Kreislauf, denn das entstehende Wasser soll wieder zu Wasserstoff umgewandelt werden. Das erzeugte Methan ersetzt fossiles Erdgas als Energiequelle. Bei der Verbrennung wird Kohlendioxid gebildet, das in dem angedachten Kreislauf ebenfalls wieder verwendet werden soll. Die ablaufenden chemischen Prozesse liefern zudem Wärme, die ebenfalls genutzt werden kann.

Anwendungen in Wohnhäusern oder mobilen Bereichen
Für die Durchführung des Projektes werden im Leibniz-Institut für Katalyse drei bis fünf Kollegen an der Entwicklung passender Katalysatoren forschen, die die geplanten Reaktionen möglich machen und nur in winzigen Mengen dem System zugesetzt wird. Die technische Seite des Projektes wird im 2013 neu gegründeten Rostocker Unternehmen Exytron von zehn bis zwölf Mitarbeitern bearbeitet. Nach erfolgreichem Projektabschluss Ende 2015 sollen mehr als 30 Personen damit beginnen, die angedachten dezentralen Energieversorgungssysteme herzustellen und zu vermarkten. Die Forscher hoffen, dass viele Haushalte oder z.B. Sportboote sowie andere mobile Anwendungen in Zukunft das neue System nutzen können.