Bloomberg erwartet starkes Wachstum für erneuerbare Energien

Quelle: IWR

London/New York – Durch weitere Kostensenkungen bei den regenerativen Energietechnolgien können die jährlichen Investitionen in erneuerbare Energien bis 2030 auf rund 630 Milliarden US-Dollar steigen. Dies ist das Ergebnis einer neuen Studie von Bloomberg New Energy Finance. Demnach werden die Investitionen in erneuerbare Energien bis zum Jahr 2030 auf einen Wert steigen, der dem zweieinhalb- bis viereinhalbfachen der aktuellen Investitionen entspricht. Das nach Einschätzung von Bloomberg wahrscheinlichste Szenario verspricht eine Steigerung der jährlichen Investititonen in erneuerbare Energien um 230 Prozent auf etwa 630 Milliarden US-Dollar. Die Treiber für einer solache Entwicklung sind Verbesserungen der Wettbewerbsfähigkeit von Solar- und Windenergie durch Kostensenkungen sowie die zunehmende Verbreitung nicht-fluktuierender Energiequellen wie Wassserkraft, Geothermie und Biomasse.

Erneuerbaren Energien gehört die Zukunft

Insgesamt hat Bloomberg drei Szenarien berechnet. Das Szenario „New Normal“ wird als das wahrscheinlichste betrachtet. Die darin kalkulierten jährlichen EE-Investititonen in Höhe von 630 Mrd. US-Dollar in 2030 sind nach Angaben von Bloomberg um 35 Prozent höher als in der Prognose vom vergangenen Jahr. Die bis 2030 prognostizierte weltweit insgesamt installierte Erzeugungskapazität auf Basis von erneuerbaren Energien ist mit 3.500 Gigawatt (GW) um 25 Prozent größer als zuletzt angenommen. Guy Turner, Chef der Wirtschafts- und Rohstoffsparte bei Bloomberg New Energy Finance, erklärte, dass man erstmals eine derart detaillierte Anlayse durchgeführt habe. Trotz der jüngsten Nachrichten, die eine Verlangsamung des EE-Ausbaus seit 2011 beschreiben, werden die erneuerbaren Energien die Führungsrolle bei den neuen Kapazitäten zur Energieerzeugung übernehmen. Dies treffe sogar im ungünstigsten Szenario zu, so Turner.

Investitonen in erneuerbare Energien – Der CERINA-Plan zum Schutz des globalen Klimas
Das für 2030 prognostizierte Niveau von Investitionen in Höhe von umgerechnet etwa 460 Mrd. Euro entspricht fast dem Wert, der bereits jetzt pro Jahr benötigt wird, um die globalen CO2-Emissionen konstant zu halten. Nach IWR-Berechnungen müssten die jährlichen EE-Investitionen auf mindestens 500 Mrd. Euro erhöht werden, um den Anstieg der CO2-Emissionen (rd. 34 Mrd. Euro) zu bremsen. Der CERINA-Plan (CO2-Emissions and Renewable Investment Action Plan) ist ein Investitionsmodell und bietet die Möglichkeit, durch Senkdung von CO2-Emissionen oder durch höhere Investitionen in erneuerbare Energien die CO2-Emissionen zu senken. Grundlage des Modells ist der Ansatz, die Höhe der CO2-Emissionen eines Landes an Investitionen in regenerative Energietechniken zu verknüpfen. Es gilt das Prinzip: Je höher die aktuellen CO2-Emissionen eines Landes, umso höher die anzuschiebenden „grünen“ Investments im Land. Über einen Verrechnungsschlüssel (16 Euro pro Tonne CO2) lassen sich die Investitionen dann auf die einzelnen Staaten je nach CO2-Landesausstoß verteilen. Länder mit einem niedrigen CO2-Ausstoß benötigen geringere Investitionen als solche mit einem hohen CO2-Ausstoß. Grundsätzlich haben die Länder zwei Möglichkeiten: CO2-Emissionen durch Instrumente wie den Emissionshandel zu reduzieren oder die Investitionen in erneuerbare Energien zu erhöhen.

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